Am 26. Oktober 2026 schätzte die britische Regierung, dass die Nutzung von KI und Investitionen in Daten das Produktivitätswachstum im Vereinigten Königreich um 0,4 bis 1,3 Prozentpunkte erhöhen könnten. Das entspräche für 2030 einem Zuwachs der britischen Bruttowertschöpfung (GVA) von 55 bis 140 Milliarden Pfund; als zentrale Schätzung nannte die Regierung 120 Milliarden Pfund. Die Antwort von Minister Kanishka Narayan bezeichnete die Prognosen als äußerst unsicher. Die schriftliche Antwort des britischen Parlaments legt die Kennzahlen und ihren Zeithorizont fest.
Was die britische KI-Prognose misst
Die Spanne von 55 bis 140 Milliarden Pfund bezieht sich auf einen möglichen Zuwachs der britischen Bruttowertschöpfung im Jahr 2030. Sie ist die wirtschaftliche Entsprechung des geschätzten Beitrags von KI-Nutzung und Dateninvestitionen zum Produktivitätswachstum. Die zentrale Schätzung für diesen Zuwachs liegt bei 120 Milliarden Pfund.
Es handelt sich um Prognosen für 2030, nicht um bereits gemessene wirtschaftliche Zuwächse. Die Regierung stuft sie als äußerst unsicher ein.
Woher die frühere Schätzung von mehr als 400 Milliarden Pfund stammt
Die Regierung führte die oft genannte Schätzung von mehr als 400 Milliarden Pfund auf einen öffentlich zugänglichen Bericht aus dem Jahr 2023 zurück. Google hatte den Bericht in Auftrag gegeben, Public First ihn erstellt. Er bezifferte den möglichen Wert, den generative KI-Werkzeuge bis 2030 im Vereinigten Königreich schaffen könnten.
Die ältere Schätzung bezog sich damit auf den möglichen Wert generativer KI-Werkzeuge; die spätere Regierungsprognose beziffert einen möglichen Zuwachs der Bruttowertschöpfung im Zusammenhang mit KI-Nutzung und Dateninvestitionen. Beide Angaben beschreiben mögliche künftige Effekte, keine bereits erzielten Zugewinne.
Die parlamentarische Frage und Antwort
Dr. Ben Spencer stellte die schriftliche Anfrage UIN 32092 am 9. Oktober 2026. Er fragte nach der Grundlage der 400-Milliarden-Pfund-Schätzung und nach der Veröffentlichung der zugrunde liegenden Analyse. Minister Kanishka Narayan beantwortete die Anfrage am 26. Oktober 2026.