Am 2. Oktober wurde berichtet, Anthropics IPO-Prospekt warne davor, dass staatliche Haltungen und Maßnahmen sich auf das Unternehmen, seine Kunden, Partner und weitere Geschäftsbeziehungen auswirken könnten. Als mögliche Folgen nennt die Warnung Umsatzverluste, Geschäftsunterbrechungen und Reputationsschäden.

Wen staatliche Maßnahmen treffen könnten

Die im Prospekt beschriebene Gefahr reicht laut Bericht über Anthropics direkte Beziehungen zu Behörden hinaus. Auch Kunden, Geschäftspartner, Beschäftigte und Investoren könnten durch staatliche Maßnahmen oder deren öffentliche Wahrnehmung beeinflusst werden. Der Prospekt nennt zudem mögliche negative Berichterstattung und öffentliche Aufmerksamkeit.

Unsere frühere Berichterstattung zu Anthropics vertraulichem S-1 beleuchtet den möglichen Börsengang.

Warum die Warnung über Behördenverträge hinausgeht

Behördenverträge machen laut Prospekt weniger als 1 Prozent von Anthropics Jahresumsatz aus. Die Warnung bezieht sich zugleich auf mögliche Folgen für kommerzielle Beziehungen. Der Umsatzanteil aus Behördenaufträgen beschreibt daher nicht die gesamte Reichweite des Risikos, das der Prospekt benennt.

Welche Maßnahmen laut Bericht im Prospekt stehen

Der Prospekt soll eine Anordnung von Präsident Donald Trump aus dem Februar aufführen, die US-Bundesbehörden anwies, Anthropics Modelle nicht mehr zu nutzen. Außerdem wird eine Einstufung durch das US-Verteidigungsministerium als Risiko für die nationale Sicherheit in der Lieferkette genannt; ein Datum dafür ist nicht angegeben.

Im Juni verhängte das US-Handelsministerium weltweite Exportbeschränkungen für Fable 5 und Mythos 5. Anthropic schaltete die Modelle laut Bericht für alle Kunden ab, um die Beschränkungen einzuhalten. Nachdem die Einschränkungen aufgehoben worden waren, stellte Anthropic Fable 5 und Mythos 5 wieder bereit.