Canonical kündigte am 28. Oktober 2026 an, die gezielte Entwicklung von Ubuntu Core Desktop wieder aufgenommen zu haben. Die Projektbeschreibung bezeichnete das Linux-System als unveröffentlicht. Es handelte sich um einen Neustart der Entwicklung, nicht um einen Produktstart.

Der nächste Entwicklungsschritt

Für die Wochen nach dem 28. Oktober waren tägliche Image-Builds und kontinuierliche Tests vorgesehen. In der Projektdiskussion verwies jnsgruk außerdem auf Stabilitätsprobleme bei der Build-Infrastruktur. RISC-V-Builds liefen wegen langsamer Emulation zäh; Canonical hoffte, im Folgejahr RISC-V-Hardware einsetzen zu können.

Das geplante System setzt auf strikt abgeschottete Snaps

Canonical plant, den gesamten Systemaufbau vom Bootloader und Kernel bis zu Desktop, Diensten und Apps mit strikt abgeschotteten Snaps umzusetzen. Ein unveränderliches System, oft als „immutable“ bezeichnet, begrenzt Änderungen an seinen Systemkomponenten. Canonical arbeitet zudem an klar abgegrenzten Komponenten, die unabhängig voneinander aktualisiert werden könnten, statt bei jeder Änderung das Gesamtimage neu aufzubauen.

Geplant sind auch Abfragen, mit denen Nutzer den Zugriff von Apps auf Kamera, Mikrofon und Home-Verzeichnis steuern können. Zum beschriebenen Zusammenspiel gehören Kernel, AppArmor und snapd. Für Desktop-Umgebungen sind GNOME und KDE Plasma vorgesehen; KDE neon Core und enioka Haute Couture unterstützen die Arbeit an Umgebungen jenseits von GNOME.

Drei Einsatzfelder sollen die Architektur erproben

Canonical will Ubuntu Core Desktop für browserzentrierte Rechner, Entwicklerarbeitsplätze und Gaming-Systeme prüfen. Für den Browser-Einsatz sind Firefox und Chromium genannt; bei Spielen stehen auch Handhelds im Blick. Diese Entwicklungsziele sind keine Zusage, dass bestimmte Geräte oder Anwendungen bereits kompatibel sind.

Die strenge Snap-Abschottung schränkt ein, welche Anwendungen direkt laufen können. Berichten zufolge lässt sich Visual Studio Code wegen seiner klassischen Snap-Abschottung nicht direkt ausführen; als Ausweg ist ein Container in Canonical Workshop vorgesehen.

Workshop erlaubt Snapshots von Entwicklungsumgebungen

Laut jnsgruk basiert Canonical Workshop auf LXD und ZFS und unterstützt Snapshots. Einen Workshop samt seinen Daten zu exportieren ist dem Projektteilnehmer zufolge nicht möglich. Eine definierte Umgebung lässt sich jedoch anderswo neu initialisieren.

Ubuntu-Varianten können beim bisherigen System bleiben

Canonical verfolgt langfristig das Ziel, Ubuntu Core Desktop zum Standard für Ubuntu Desktop zu machen. jnsgruk sagte in der Projektdiskussion, Ubuntu-Varianten würden nicht dazu gedrängt, eigene Core-Ausgaben zu entwickeln. Das bisherige Ubuntu werde fortgeführt; Varianten könnten sich freiwillig für eine Core-Version entscheiden.