CNET berichtete am 26. Oktober 2026, OpenAI habe ChatGPT am 20. Oktober für bestimmte Wahlbild-Prompts auf einen Illustrationsstil umgestellt. Bei Motiven zu Wahlbeeinflussung oder möglicher Abschreckung von Wählern soll das Bildmodell demnach eher eine Illustration als ein fotorealistisches Bild erzeugen. Andere Tests meldeten je nach Prompt und Modus abweichende Ergebnisse.
Welche Wahlbilder die Regel betreffen soll
Laut CNET betrifft die Regel Bildanfragen, die Wahlmanipulation zeigen oder Menschen vom Wählen abhalten könnten. In den von CNET beschriebenen Tests erzeugte ChatGPT eine gezeichnete Szene mit ICE-Beamten vor einem Wahllokal und eine weitere mit einer Wahlmaschine, die eine falsche Auswahl registriert. Auf die Bitte, die ICE-Szene fotorealistischer zu gestalten, verweigerte ChatGPT laut CNET die Überarbeitung.
Josh Lawson, OpenAIs Wahlbeauftragter, beschrieb als Ziel, den möglichen Beweiswert eines Bildes zu verringern und politische Illustration sowie Kommentare weiterhin zu ermöglichen.
Warum die berichteten Tests unterschiedliche Ergebnisse zeigen
Das Brennan Center berichtete im Oktober, dass ChatGPT bei fast allen getesteten Wahlmotiven Illustrationen erzeugt habe. Bei einer Anfrage für das Bild eines gefälschten internen Memos des US-Heimatschutzministeriums lehnte der Thinking-Modus die Erstellung ab; der Instant-Modus erzeugte eine Cartoon-Version.
Gizmodo berichtete über einen anderen Prompt-Verlauf: Eine Folgeanfrage habe eine fotorealistischere Szene mit Wahlbetrug hervorgebracht. Die unterschiedlichen Ergebnisse machen die Bildstil-Regel zu einer zusätzlichen Hürde, aber nicht zu einer durchgehend verlässlichen Sperre für fotorealistische Wahlbilder. CNET zufolge sagte OpenAI außerdem nicht zu, die Regel über den Wahlzyklus hinaus beizubehalten.
Bildstil und Bildherkunft sind zwei verschiedene Dinge
In einer am 27. Mai 2026 veröffentlichten Wahl-Leitlinie beschrieb OpenAI weitere Maßnahmen zur Bildherkunft, also zu Hinweisen darauf, woher ein Bild stammt. Dazu gehören SynthID-Wasserzeichen, C2PA-Metadaten und ein damals als Vorschau vorgestelltes öffentliches Prüfwerkzeug. Dieses soll SynthID in von OpenAI stammenden Bildern erkennen und C2PA-Metadaten anzeigen. OpenAI erklärte, dass Herkunftswerkzeuge allein keine vollständige Lösung sind.