Creotech Instruments plant eine neue Satellitenfabrik in der polnischen Region Mazowieckie, die 2029 öffnen soll. Für den Standort nennt CEO Grzegorz Brona zwei Produktionsszenarien: jährlich 40 Satelliten verschiedener Modelle oder 100 Satelliten eines Modells. Die Zehnfach-Rechnung gilt für das zweite Szenario. Euronews berichtete am 19. Oktober 2026 unter Berufung auf ein Reuters-Interview mit Brona über den Plan und die Kapazitätsangaben (Euronews-Bericht).
Was die beiden Kapazitätsangaben bedeuten
Euronews beziffert die Kapazität des bestehenden Standorts in Piaseczno auf 10 Satelliten. Verglichen mit diesem Wert entspricht die geplante Mischproduktion von 40 Satelliten dem Vierfachen. Die Kapazität von 100 Satelliten eines einzigen Modells wäre zehnmal so hoch.
| Standort oder Szenario | Berichtete Kapazität | Produktionsmix | Verhältnis zur Piaseczno-Kapazität |
| Bestehender Standort in Piaseczno | 10 Satelliten | Nicht angegeben | 1× |
| Geplante Fabrik in Mazowieckie | 40 Satelliten pro Jahr | Verschiedene Modelle | 4× |
| Geplante Fabrik in Mazowieckie | 100 Satelliten pro Jahr | Ein Modell | 10× |
Die Rechnungen lauten 40 ÷ 10 = 4 und 100 ÷ 10 = 10. Die Zehnfach-Angabe beschreibt also die Produktion eines Modells, nicht den gemischten Modellbetrieb.
Mehr Fertigung schafft nicht automatisch mehr Raketenstarts
Die Pläne betreffen den Bau von Satelliten. Creotech stellt keine Raketen her; für den Zugang ins All ist das Unternehmen daher auf Startanbieter angewiesen. Euronews berichtete, dass SpaceX im Oktober 2026 alle vier von Creotech gebauten Satelliten des polnischen Militärprogramms MikroGlob ins All brachte. Die geplante Fabrik erweitert die Fertigungskapazität, während der Transport in den Orbit eine eigene Aufgabe bleibt.