DeckCraft ist eine interessante PowerPoint-Alternative zum Ausprobieren, aber noch kein verlässlicher Ersatz für wichtige Präsentationen. Das Projekt bezeichnet die App als Alpha und unterstützt laut eigener Beschreibung das Öffnen und Speichern von .pptx-Dateien. Die Maintainer haben die Kompatibilität jedoch nicht anhand eines Korpus externer PowerPoint-Präsentationen geprüft. Wer bestehende Dateien braucht, sollte deshalb zunächst mit Kopien arbeiten und die Originale außerhalb der App aufbewahren.

Ein positiver Vergleich, aber nur für eine Präsentation

In einem am 20. Oktober 2026 veröffentlichten Vergleich berichtete Jack Wallen, dass er dieselbe Präsentation mit DeckCraft in halb so viel Zeit wie mit LibreOffice Impress erstellt habe. Auch die Animationen hätten in seinem Durchlauf mit DeckCraft funktioniert, während sie in Impress unzuverlässig liefen oder ausfielen. In der Impress-Fassung habe zudem ein Bild trotz gleicher Einstellungen Text überdeckt.

Das sind Wallens Beobachtungen aus einer einzelnen Präsentation. Sie sagen wenig darüber aus, wie sich andere Dateien, Rechner oder Arbeitsabläufe verhalten.

Was DeckCraft mit Präsentationen kann

Das Projekt beschreibt DeckCraft als kostenlose Open-Source-Software, die unter MIT oder Apache-2.0 lizenziert ist. Die App läuft laut Projekt auf Linux, macOS, Windows und FreeBSD sowie im Browser. Sie bietet unter anderem Folienlayouts, Text- und Bildbearbeitung, Tabellen, Diagramme, Übergänge, Animationen, Notizen und eine Vollbildpräsentation. Als Export nennt das Projekt PDF, PNG/JPEG, animierte GIFs und Gliederungen.

Beim Austausch mit anderen Präsentationsprogrammen ist die Dateiendung entscheidend: DeckCraft öffnet und speichert .pptx, importiert aber keine älteren .ppt-Dateien und keine OpenDocument-Präsentationen im Format .odp. Auch SVG-Bilder lassen sich laut Projekt nicht darstellen. Beim PDF-Export werden Foliengrafiken gerastert; ein animiertes GIF übernimmt keine Folienübergänge oder Aufbauanimationen.

Wer das Programm selbst ausprobieren möchte, findet Builds und Projektinformationen im offiziellen DeckCraft-Repository.

Alpha-Status und konkrete Alltagsrisiken

Die Roadmap des Projekts weist eine Funktionsbreite von 84 Prozent über 191 erfasste PowerPoint-Funktionen aus. Davon getrennt schätzen die Maintainer die Einsatzbereitschaft für die praktische Arbeit auf etwa 55 Prozent. Die Werte beschreiben unterschiedliche Dinge: Funktionsbreite zählt erfasste Funktionen, während die zweite Zahl eine Einschätzung der Alltagstauglichkeit ist.

Die Liste der bekannten Lücken nennt ein mögliches Datenverlustrisiko: Beim Schließen einer bearbeiteten Präsentation kann die App Änderungen verwerfen, ohne vorher nachzufragen. Außerdem kann es auf manchen Windows-Grafikprozessoren zu Abstürzen beim Start kommen; das Einfügen von Bildern per Zwischenablage scheitert laut Projekt unter Windows und Linux. Drucken ist ebenfalls nicht vorgesehen. Für Vorträge mit Beamer ist wichtig, dass die Referentenansicht nicht auf dem zweiten Bildschirm platziert wird.

Auch die Benutzeroberfläche ist für deutschsprachige Nutzer ein Punkt: In der am 18. Oktober 2026 aktualisierten Roadmap war sie nur auf Englisch verfügbar; Deutsch stand bei null Prozent Lokalisierung.

Für wen DeckCraft infrage kommt

Für Entwürfe und nichtkritische Präsentationen bietet DeckCraft einen breiten Funktionsumfang und kann .pptx-Dateien öffnen und speichern. Bei wichtigen Dateien wie Firmenvorlagen sollte man mit Kopien arbeiten, bevor man sie in der App bearbeitet. Wer drucken, SVG-Grafiken nutzen oder eine Präsentation über einen zweiten Bildschirm steuern muss, stößt auf dokumentierte Grenzen.

Als weitere Präsentationsanwendung kommt Apache OpenOffice Impress infrage. Apache OpenOffice nennt .odp als Standardformat und gibt an, dass Impress .ppt- und .pptx-Dateien importieren und speichern kann. Die Produktseite von Apache OpenOffice Impress beschreibt diese Formate ebenfalls.