Welche Deep-Research-Funktion passt, hängt vor allem davon ab, welche Quellen du einbinden musst. ChatGPT bietet Website-Steuerung und unterstützte verbundene Apps, Gemini setzt standardmäßig auf Google Search, und Claude Research kombiniert Websuche mit verfügbaren Connectoren. Die dokumentierten Funktionen ergeben keinen allgemeinen Leistungssieger, zeigen aber klare Unterschiede für bestimmte Arbeitsabläufe.
Welche Quellen ChatGPT, Gemini und Claude nutzen
| Dienst | Quellen und Steuerung | Praktische Grenze |
| ChatGPT Deep Research | Öffentliche Websuche, hochgeladene Dateien und unterstützte verbundene Apps. Du kannst Websites einschränken oder priorisieren und den vorgeschlagenen Rechercheplan bearbeiten. (OpenAI) | Verbundene Apps werden im Research-Modus mit verfügbaren Leseaktionen genutzt. Ob eine App zugänglich ist, hängt unter anderem von Tarif, Region, Workspace, Rolle und Berechtigungen ab. |
| Gemini Deep Research | Google Search ist standardmäßig aktiv. Als weitere Quellen kommen unterstützte Gmail- und Drive-Konten, hochgeladene Dateien und NotebookLM-Notebooks infrage. Der Plan lässt sich vor dem Start bearbeiten. (Google) | Nutzung setzt ein angemeldetes Konto und ein Mindestalter von 18 Jahren voraus. Es gelten tägliche und gleichzeitige Nutzungslimits; Google AI Pro und Ultra haben höhere Limits. |
| Claude Research | Mehrstufige Websuche und unterstützte verbundene Werkzeuge. Die Websuche muss eingeschaltet sein. (Anthropic) | Research ist in kostenpflichtigen Claude-Tarifen verfügbar. In Claude Mobile werden Connectoren übersprungen; lokale Werkzeuge über MCP-Server kann Research nicht nutzen. |
Wenn du eine Recherche auf bestimmte Websites begrenzen oder diese gegenüber dem übrigen Web bevorzugen willst, bietet ChatGPT dafür einen ausdrücklich beschriebenen Schalter. Bei Gemini ist Google Search zunächst die Standardquelle. Du kannst Quellen ergänzen oder Google Search für eine auf ausgewählte Quellen beschränkte Aufgabe abwählen.
OpenAI beschreibt Deep Research als Werkzeug für mehrstufige Recherche und Synthese. Für eine einzelne schnelle Faktenfrage ist die normale Suche laut OpenAI schneller und liefert eine kurze Antwort mit Links. Google gibt für Gemini-Berichte eine typische Dauer von etwa fünf bis zehn Minuten an; komplexe Aufgaben können länger dauern. (OpenAI, Google)
Was verbundene Apps und Connectoren leisten
ChatGPT Deep Research nutzt verbundene Apps zum Lesen, nicht zum Schreiben. Der Research-Modus bearbeitet also keine Einträge in einer verbundenen App. Ob eine Verbindung erscheint, hängt auch von Einstellungen im Workspace, der Nutzerrolle, den Kontoberechtigungen und der Unterstützung durch die jeweilige App ab. Das ist wichtig, wenn deine Recherche auf interne Informationen zugreifen soll oder du erwartest, dass der Assistent anschließend Daten verändert. (OpenAI)
Claude Research läuft laut Anthropic mit Opus 5.5 und wechselt bei Bedarf zu Opus 4.8, unabhängig davon, welches Modell im Chat ausgewählt ist. Für eine Connector-Recherche solltest du außerdem die Plattform beachten: In der mobilen Research-Funktion werden Connectoren übersprungen, und lokal in Claude Desktop eingerichtete MCP-Server-Werkzeuge stehen Research nicht zur Verfügung. (Anthropic)
Wenn du Claude eine bestimmte Prüfmethode oder den Vergleich widersprüchlicher Quellen vorgibst, kann das die Aufgabe genauer eingrenzen. Anthropic garantiert jedoch weder eine feste Quellenzahl noch eine vollständige Abdeckung eines Themas. Eine große Anzahl von Treffern allein sagt deshalb wenig darüber aus, ob verschiedene Quellen voneinander unabhängig sind oder tatsächlich dieselbe Behauptung stützen.
Wann Gemini visuelle Berichte erstellen kann
Google nennt Diagramme, Schaubilder, Schemata und interaktive Simulatoren als mögliche Bestandteile von Berichten mit AI Ultra. Die Funktion steht laut Google nicht zur Verfügung, wenn Gmail oder Drive als Workspace-Quellen einbezogen werden. Wenn dir visuelle Ausgaben wichtig sind, spielen also sowohl der Tarif als auch die Quellenauswahl eine Rolle. (Google, Google)
So prüfst du einen Research-Bericht
Ein Zitat oder Quellenlink führt dich zur Grundlage einer Aussage, garantiert aber nicht, dass der Bericht sie richtig wiedergibt. Öffne die Quelle bei wichtigen Behauptungen und prüfe:
- Wortlaut: Stützt die Quelle genau die Aussage im Bericht, oder wurde ihre Bedeutung verallgemeinert?
- Geltungsbereich: Bezieht sich die Quelle auf dieselbe Personengruppe, Region oder Situation?
- Datum: Ist die Quelle aktuell genug, und passt ihr Datum zur Aussage?
- Unabhängigkeit: Bestätigen tatsächlich verschiedene Quellen den Punkt, oder wiederholen mehrere Seiten dieselbe ursprüngliche Meldung?
ChatGPT stellt im fertigen Bericht Quellen und einen Aktivitätsverlauf als Prüfpfad bereit. Das erleichtert den Abgleich, ersetzt ihn aber nicht. (OpenAI)
Was ein einzelner Connector-Lauf zeigt
Der Forscher und Videomacher Andy Stapleton zeigte in einer einzelnen Literaturrecherche eine Verbindung von Claude zu Consensus und einen referenzierten Bericht mit 26 Seiten und Audit-Log. In demselben Lauf sah er bei ChatGPT widersprüchliche Aufforderungen zur Kontoverbindung; Gemini Spark stieß auf einen Fehler bei der Kontoverknüpfung. Diese Beobachtungen beschreiben Stapletons konkreten Ablauf, nicht die allgemeine Leistung oder Zuverlässigkeit der Dienste.