Hast du einen Raspberry Pi in einer Schublade liegen und weißt nicht, was du damit tun sollst? Verschwende ihn nicht! Mit einer guten Speicherkarte und etwas Zeit kann aus dieser Hardware viel werden: von der perfekten Emulationsplattform über ein uneingeschränktes Mediencenter bis hin zu einer BitTorrent-Box. In allen diesen Fällen brauchst du ein Betriebssystem, und wenn du unsicher bist, welches du wählen sollst, hier sind unsere fünf Empfehlungen.

Der Raspberry Pi ist zweifellos zu einem wunderbaren „Geschöpf“ geworden – dank seines geringen Preises, seiner Flexibilität, der riesigen Menge verfügbarer Software, der gigantischen Community, hunderten Heimwerkerprojekten, Modifikationen, Gehäusen, Zubehör und vielem mehr. Die Vielfalt der Modelle ist ebenfalls groß, sodass er sich jedem Budget anpasst. Doch so gut die Arbeit der Verantwortlichen auch sein mag, jeder Computer braucht ein Betriebssystem, und der Raspberry Pi bildet da keine Ausnahme. Selbst die Installation unterscheidet sich vom Gewohnten, denn im Grunde musst du das Abbild auf eine Speicherkarte schreiben und das Gerät einschalten. Was ist nun das beste Betriebssystem? Das hängt davon ab, wie du die Hardware nutzen möchtest. Manche Systeme haben ein „traditionelles“ Profil, andere sind auf speziellere Aufgaben ausgerichtet. Schauen wir uns das an.

Raspbian

Die besten Betriebssysteme für deinen Raspberry Pi
Raspbian

Raspbian gilt als „Vorreiter“ unter den für den Raspberry Pi kompatiblen Betriebssystemen, und die Website der Foundation stellt es als „offizielle Distribution“ des Minicomputers vor. Derzeit basiert es auf Debian Jessie und ist in zwei Versionen erhältlich: Standard und Lite. Wer bereits mit Debian gearbeitet hat, wird sich mit Raspbian schnell zurechtfinden, und selbst wer nichts über Linux weiß, dem sei es für Anfänger sehr empfohlen.

Ubuntu MATE

Die besten Betriebssysteme für deinen Raspberry Pi
Ubuntu MATE

Eine weitere sehr empfohlene Option, die sich nicht allzu weit vom Debian-Universum entfernt und zugleich die Erfahrung in mehrfacher Hinsicht verändert, ist Ubuntu MATE. Die traditionellen Ubuntu-Abbilder sind für einen Raspberry Pi etwas „außer Reichweite“, aber mit dem Einsatz der MATE-Umgebung kommt die Waage perfekt ins Gleichgewicht. Es ist mindestens eine 8-Gigabyte-Karte erforderlich, und je schneller sie ist, desto besser spricht diese Distribution an.

RetroPie

Die besten Betriebssysteme für deinen Raspberry Pi
RetroPie

Die Situation von RetroPie ist ziemlich eigenartig. Ich bin noch nicht überzeugt, dass es angemessen ist, diese Software als „Distribution“ zu bezeichnen, da ihre Verteilung im Allgemeinen auf einem Raspbian-Abbild erfolgt und sie weitere Elemente wie das Frontend EmulationStation und RetroArch enthält. Wie auch immer, es ist der schnellste Weg, deinen Raspberry Pi in eine vollständige Emulationsplattform zu verwandeln, und zwar mit möglichst wenig Aufwand, selbst auf einfacheren Hardware-Versionen, angefangen beim Raspberry Pi Zero.

Recalbox

Im Gegensatz zu RetroPie identifiziert sich Recalbox selbst als Distribution, auch wenn das Ziel in beiden Fällen dasselbe ist: die Emulation von Konsolen. Die Idee hinter Recalbox ist es, die Konfigurationsprozesse und die Bedienung der Oberfläche zu vereinfachen, aber es gibt noch eine zusätzliche Wendung. Die Rede ist von Kodi, dem „ehemaligen XBMC“, und dessen Vorhandensein eröffnet die Möglichkeit, Multimedia-Inhalte wiederzugeben und dabei alle Beschleunigungsressourcen des Raspberry Pi zu nutzen.

RISC OS

Die besten Betriebssysteme für deinen Raspberry Pi
RISC OS

Unsere letzte Empfehlung ist ein Akt der Rebellion. Das Muster brechen oder die Linie verbiegen, wenn man so will. Warum sage ich das? Weil RISC OS für Raspberry Pi nicht Linux ist, sondern etwas anderes, ein wenig seltsam und vielleicht nicht ganz so ausgereift, aber nicht weniger interessant. RISC OS ist ein echter Urvater der Informatik, mit fast dreißig Jahren auf dem Buckel. Wenn du entdecken, experimentieren und dich dabei auch frustriert fühlen möchtest – lies: lernen – findest du hier die Antwort.

Unsere Liste ist zu Ende, aber ich möchte noch zwei Ehrungen aussprechen: Arch Linux und Fedora, die da draußen sind, mit dem Raspberry Pi kompatibel sind und sehr treue Communities haben. Möchtest du noch eine weitere Distribution hinzufügen? Die Kommentare sind immer offen. Viel Glück!