Manche schmelzen, andere frieren ein, die Pflanze, die nicht wächst, die Stadt, die überschwemmt wird. Der Klimawandel ist ein Geschöpf mit vielen Gesichtern, jedoch ist Kohlendioxid seine stärkste „Persönlichkeit“. Das Pariser Abkommen zielt darauf ab, Emissionen zu reduzieren, aber gleichzeitig müssen wir sie genau messen. So gelangen wir zu einer Studie, die es geschafft hat, die Emissionen und Reduktionen in über hundert Ländern zu schätzen, unter Verwendung von Daten der NASA-Mission Orbiting Carbon Observatory-2.

Die Länder mit den höchsten Kohlendioxid-Emissionen
Kohlendioxid-Emissionen

Das Pariser Abkommen spricht in seinem Artikel 14 von einem „Globalen Inventar“ oder „Weltweiten Überblick“, der die allgemeine Umsetzung und den kollektiven Fortschritt der Unterzeichnerländer bewerten soll. Derselbe Artikel definierte 2023 als das Jahr, in dem die erste dieser Bilanzen während der COP28-Konferenz stattfinden wird, die für den 30. November 2023 in Dubai geplant ist.

Aber es ist unmöglich, eine Bewertung ohne präzise Informationen durchzuführen, und glücklicherweise gibt es Missionen wie das Orbiting Carbon Observatory-2 (OCO-2) der NASA. Dank seiner Messungen der Kohlendioxidkonzentrationen zwischen 2015 und 2020 diente OCO-2 als Grundlage für eine Studie, an der mehr als 60 Forscher beteiligt waren und die die Emissionen und Reduktionen von etwa hundert Ländern schätzte.

Emissionen und Reduktionen von Kohlendioxid – visualisiert dank NASA

Das erste Video basiert auf den Emissionen aus fossilen Brennstoffen zwischen 2015 und 2020. Zu niemandes Überraschung sind die USA und China die größten Emittenten, aber auch Indien und Russland stechen auf der Karte hervor.

Das zweite Video zeigt die Menge an Kohlenstoff, die in Waldböden und anderer organischer Substanz gespeichert ist. Die Entwaldung ist einer der Hauptfaktoren, die in dieser Grafik zu berücksichtigen sind, mit Brasilien und Indonesien an der Spitze.

Die Studie hilft uns, eine neue Perspektive zu gewinnen, indem sie Emissionen aus fossilen Brennstoffen und den „Bestand“ an Kohlenstoff, der in verschiedenen Ökosystemen gespeichert ist, verfolgt. Allerdings erkennen die Autoren auch Grenzen an, die auf fehlende Informationen zu bestimmten Aktivitäten wie Holzeinschlag zurückzuführen sind.

In Wirklichkeit ist der Atmosphäre der Ursprung der Kohlendioxid-Emissionen egal. Wie Noel Cressie, Professor an der University of Wollongong in Australien und einer der Autoren der Studie, erklärt, spielt es keine Rolle, ob wir über die Abholzung des Amazonas oder die Brände in der kanadischen Arktis sprechen – alle diese Prozesse erhöhen die CO2-Konzentration und beschleunigen den Klimawandel. Die Überwachung dieser Veränderungen ist und bleibt entscheidend, um in Zukunft wirksamere Maßnahmen zu ergreifen.

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