Der, der über seine Lieblingsserien spricht. Der, der für seinen Fußballverein brennt. Der, der Fotos von seinem Urlaub 2003 postet. Der, der den thailändischen Rotsteißguacamayo retten will. Der, der Politik liebt. Der, der Politik hasst. Der, der Zitate berühmter Persönlichkeiten verbreitet, ohne ihre Herkunft zu prüfen. Der Fitnessstudio-Süchtige. Facebook scheint voller Nutzer mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten zu sein – doch eine kürzlich im International Journal of Virtual Communities and Social Networking veröffentlichte Studie legt nahe, dass es nur vier Typen von Facebook-Nutzern gibt.
Facebook kann vieles sein. Ein Kommunikationswerkzeug, ein Ort zum Zeitvertreib, ein Austauschraum, eine Quelle von Depressionen, eine toxische Umgebung. Das soziale Netzwerk hat sich stark verändert, und nicht unbedingt zum Besseren, aber am Ende geht es um die Nutzer. In manchen Fällen sind die Gedanken eines Kontakts so anders als unsere, dass wir uns fragen, wie er überhaupt auf die Liste gekommen ist, während es in anderen Fällen nicht einmal Gedanken sind: Der bloße Inhalt, den er veröffentlicht, nervt uns. Das Chaos vermittelt das Gefühl, dass es ein breites Spektrum an Persönlichkeiten im sozialen Netzwerk gibt, aber eine im International Journal of Virtual Communities and Social Networking veröffentlichte Studie sagt, dass das nicht so ist. Tatsächlich reduzieren sich die Typen von Facebook-Nutzern auf vier.
Das Ergebnis stammt aus einer Umfrage mit 47 Teilnehmern – eine auf den ersten Blick kleine Zahl, aber mehr als ausreichend dank der Anwendung der sogenannten „Q-Methodik“, die der Psychologe William Stephenson 1935 entwickelte. Diese 47 Teilnehmer (erwachsene US-Amerikaner im Alter von 18 bis 32 Jahren) beantworteten eine Umfrage mit 48 Aussagen und gaben an, wie stark sie sich mit jeder einzelnen identifizierten.
- „Beziehungsaufbauer“ – jemand, der Facebook als Erweiterung seines Offline-Lebens nutzt, um seine Beziehungen zu Freunden und Familie zu stärken. Das soziale Netzwerk ist keine multinationale, multikulturelle Zone, sondern ein persönlicher Raum, der es ihm ermöglicht, in Kontakt zu bleiben.
- „Schaufensterbummler“ – der Beobachter, der in hohem Maße den Inhalt anderer konsumiert, aber selten etwas über sich selbst veröffentlicht. Er ist auch sparsam mit Kommentaren und Likes. Facebook ist im Grunde eine soziale Verpflichtung, nichts weiter.
- „Ausrufer“ – wie der Name schon sagt, eine Kommunikationsmaschine. Aktivisten, Politiker und Organisatoren fallen unter diesen Typ. Sie teilen alles, was sie für notwendig halten, unabhängig davon, ob es angenehm ist oder nicht, und sogar ob es wahr ist oder nicht. Sie sind die improvisierten Journalisten, die Videos mit lokalen Ereignissen, Kritiken und Skandalen hochladen. Facebook ist für sie ein virtuelles Mikrofon oder ein „sicherer Raum“, aber man sollte keine Zeit damit verschwenden, auf persönliche Details zu warten.
- „Selfies“ – Narziss mit Smartphone. Das Selfie ist das Zentrum des eigenen Profils und sucht die Zustimmung anderer durch Kommentare und Likes. Ein im Handy gespeichertes Bild tut nichts, und das Selfie zieht es vor, es zu veröffentlichen, damit etwas daraus entsteht.
Die Details der Studie sind interessant, aber eines ist sicher: Wir sind alle im echten Leben unterschiedlich.