Die Ausgabe 2017 des Wettbewerbs Pwn2Own ist vorbei, und was dabei herauskam, wird die Verantwortlichen der betroffenen Software wochenlang (oder sogar monatelang) beschäftigen. Elf Teams und dreißig geplante Angriffe brachten verschiedene hochkarätige Tools in die Knie, darunter Ubuntu mit seiner ersten Teilnahme und Adobe-Produkte wie Reader und Flash. Doch das eigentliche „Schlupfloch“ der Party war Microsoft Edge, das die Hacker manipulierten, um aus einer virtuellen Maschine auszubrechen.

Edge, Ubuntu, Safari und Adobe: die Opfer des Pwn2Own 2017
Pwn2Own

Zahlen und Fakten

Pwn2Own 2017 verteilte mehr als 800.000 Dollar in drei Tagen, und das ohne die Laptops, die die teilnehmenden Teams mit nach Hause nahmen. Die offizielle Seite meldet insgesamt 51 Bugs, die natürlich bereits den Entwicklern vorgelegt wurden, damit sie die notwendigen Patches implementieren. Die Teams werden immer engagierter, schlauer und kreativer und verketten Schwachstellen mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit. Natürlich gab es auch kurzfristige Rückzüge, Fehler durch Zeitüberschreitungen und Disqualifikationen wegen bereits gemeldeter Bugs, aber was den Rest betrifft … sie ließen nichts heil.

Ubuntu, Safari und Adobe

Ubuntu erregte am ersten Tag ein wenig Aufmerksamkeit und unterlag dem Team Chaitin Tech, das einen Bug im Kernel ausnutzte und über die Anwendung xcalc Root-Zugriff erhielt. Die Schwachstelle war zwar eine der kleinsten, reichte aber für einen Preis von 15.000 Dollar aus. Safari erlitt drei erfolgreiche Angriffe und einen weiteren, der nur teilweise anerkannt wurde, da der verwendete Bug in einer späteren Beta-Version bereits beseitigt worden war. Und Adobe blieb seiner Gewohnheit treu und wies große Löcher in Reader auf (was in einem Fall die Ausführung von Remote-Code ermöglichte, nachdem der Angreifer drei Bugs kombinierte) und Flash (Privilegienerweiterung).

Microsoft Edge: die Achillesferse

Aber die absolute Achillesferse bei Pwn2Own 2017 war Microsoft Edge. Der in Windows 10 integrierte Browser wurde fünfmal überwunden, beginnend am ersten Tag, als das Team Ether von Tencent Security mit einem logischen Bug und einem beliebigen Schreibzugriff im Chakra-Motor aus der Sandbox ausbrach. Der spektakulärste Angriff gegen Edge kam am dritten Tag, als die Mitglieder von 360 Security vollständig aus einer virtuellen Maschine ausbrachen. Der erste Schritt bestand darin, einen Bug in Chakra und im Windows-Kernel zu kombinieren, um Code innerhalb der Sandbox auszuführen und sie dann zu verlassen. Mit dem Gastsystem in ihrer Gewalt schlüpften sie durch einen nicht initialisierten Puffer in VMware Workstation und erlangten so Zugriff auf das Host-System. Dieser Dreiklang brachte 360 Security insgesamt 105.000 Dollar ein und machte sie zu Gewinnern (Tencent lag knapp dahinter, und sein eigener VMware-Ausbruch war 100.000 Dollar wert). Wir wissen seit langem, dass die Qualitätskontrolle bei Microsoft zusammengebrochen ist, aber was Edge bei Pwn2Own 2017 zeigte, war skandalös. Ich hoffe, Redmond bringt bald ein Update heraus.

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