Eine am 14. September 2026 veröffentlichte Prognose erwartet, dass der Erdgasbedarf von Rechenzentren in den USA bis 2035 steigt. Erdgas macht laut Internationaler Energieagentur (IEA) bereits mehr als 40 Prozent des Stroms aus, den US-Rechenzentren physisch verbrauchen.
Warum Netzengpässe eigene Stromerzeugung begünstigen
Wenn der Ausbau von Netz- und Strominfrastruktur hinter dem Bedarf neuer Rechenzentren zurückbleibt, setzen manche Betreiber auf Stromerzeugung am Standort. Dazu gehören gasbetriebene Turbinen, die Strom direkt vor Ort liefern können.
Das ist nur ein Teil der Versorgung: Rechenzentren beziehen auch Strom aus dem Netz. Wie viel Erdgas in ihrem Strom steckt, hängt deshalb neben der Eigenerzeugung auch vom Kraftwerksmix der Region ab.
Was die IEA für Gas und erneuerbare Energien erwartet
Für US-Rechenzentren erwartet die IEA zwischen 2024 und 2030 einen Zuwachs der jährlichen Stromerzeugung aus Erdgas von mehr als 130 TWh. Erneuerbare Energien sollen im selben Zeitraum 110 TWh zusätzliche jährliche Stromerzeugung beitragen.
| Stromquelle | Zusätzliche jährliche Stromerzeugung bis 2030 |
| Erdgas | Mehr als 130 TWh |
| Erneuerbare Energien | 110 TWh |
Die TWh-Angaben beziehen sich auf Stromerzeugung, nicht auf das Volumen des dafür eingesetzten Erdgases. Die IEA zählt für den Versorgungsmix sowohl die Stromerzeugung am Standort als auch den Kraftwerksmix des Netzes. Der Wert von mehr als 40 Prozent beschreibt daher den Stromverbrauch der US-Rechenzentren insgesamt, nicht die Betriebsweise jedes einzelnen Standorts.
Vom landesweiten Mix zum einzelnen Rechenzentrum
Ein Rechenzentrum kann Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen, ihn selbst erzeugen oder beide Wege kombinieren. Der Anteil von Erdgas an der physischen Stromversorgung der US-Rechenzentren schließt diese unterschiedlichen Versorgungswege ein. Für den Gasverbrauch von KI-Rechenzentren zählt somit sowohl der Einsatz eigener Gasturbinen als auch Erdgas, das über Kraftwerke zur Stromversorgung beiträgt.