Die EU und China sollen über einen gegenseitigen Abbau von Beschränkungen verhandelt haben: China würde Kontrollen gegen Sindlhauser Materials GmbH lockern, während die EU Sanktionen gegen ein nicht genanntes chinesisches Unternehmen aufheben würde. Tom’s Hardware berichtete am 15. Oktober 2026 unter Berufung auf einen Bloomberg-Bericht vom 14. Oktober über den Vorschlag.

Was der berichtete Austausch vorsah

Die EU sollte demnach Beschränkungen gegen ein chinesisches Unternehmen aufheben, dem laut Tom’s Hardware vorgeworfen wurde, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. China sollte im Gegenzug Exportkontrollen lockern, die Sindlhauser betreffen. Die Gespräche fanden laut Bericht während des Peking-Besuchs von Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, statt. Beide Seiten hätten sich zudem darauf verständigt, mehr Informationen auszutauschen und vor künftigen Exportbeschränkungen zu warnen.

Warum Sindlhauser für ASML relevant ist

Sindlhauser Materials GmbH ist ein deutsches Unternehmen für Präzisionsfertigung und fortschrittliche Beschichtungen in der Lieferkette von ASML. Laut dem Bericht bezieht die Firma nahezu alle benötigten Seltenen Erden und kritischen Mineralien aus China.

China setzte Sindlhauser im Juli 2026 zusammen mit 13 weiteren europäischen Unternehmen auf seine Exportkontrollliste. Die beschriebenen Kontrollen untersagen chinesischen Exporteuren den Verkauf von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck an das Unternehmen. Auch Dritte dürfen keine Güter mit doppeltem Verwendungszweck chinesischen Ursprungs an Sindlhauser weitergeben. Solche Dual-Use-Güter können sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden.

Die Bundesregierung und die bayerische Landesregierung halfen Sindlhauser laut Bericht, alternative Lieferanten und Möglichkeiten zur Wiederverwertung vorhandener Materialien zu prüfen. Für die Monate nach dem Bericht sah Tom’s Hardware ein Risiko, dass das Unternehmen seinen Betrieb einstellen müsste, falls die Beschränkungen bestehen blieben.

Welche Hürde für die EU genannt wurde

Tom’s Hardware zufolge sollte die EU den ersten Schritt machen. Eine Streichung des chinesischen Unternehmens von der EU-Sanktionsliste hätte die einstimmige Zustimmung aller Mitgliedstaaten erfordert.