Eutelsat OneWeb ist eine bereits betriebene Satellitenoption mit Großhandelsmodell für Unternehmen und Institutionen. Das EU-Programm IRIS² ist dagegen auf sichere Kommunikation ausgelegt und soll erst in den kommenden Jahren starten. Eine mögliche D2D-Allianz europäischer Mobilfunkanbieter wird als Vorschlag diskutiert. Am 1. Oktober 2026 kündigten AT&T, T-Mobile und Verizon ein Gemeinschaftsunternehmen für Satellitenverbindungen in unterversorgten US-Gebieten an.

Was AT&T, T-Mobile und Verizon vereinbart haben

Die drei US-Mobilfunkanbieter kündigten am 1. Oktober 2026 eine Vereinbarung über ein Gemeinschaftsunternehmen an. Es soll Satellitenkonnektivität in unterversorgten Regionen der USA ausbauen. Als ersten Schwerpunkt nannten die Unternehmen D2D, kurz für „direct-to-device“: eine direkte Verbindung zwischen Satellit und Endgerät. Außerdem sollen gemeinsame technische Spezifikationen entwickelt werden.

Bestehende Vereinbarungen der Mobilfunkanbieter mit Satellitenunternehmen können laut Ankündigung unabhängig weiterlaufen. Der Vorstoß betrifft damit die Ergänzung von Mobilfunknetzen und den Zugang in Gegenden mit Versorgungslücken. Er ist kein neu gestartetes Starlink-Angebot für private Satelliten-Breitbandkunden.

OneWeb und IRIS² haben unterschiedliche Aufgaben

Eutelsat OneWeb ist ein betriebenes Satellitennetz in niedriger Erdumlaufbahn. Business Insider España beschrieb das Geschäftsmodell am 25. Oktober 2026 als Großhandel und B2B, also „business-to-business“: Zu den bedienten Bereichen zählen Behörden, Verteidigung, Luftfahrt, Schifffahrt und Telekommunikationsanbieter. Das Netz richtet sich in dieser Darstellung nicht als Direktangebot an einzelne Privatkunden.

IRIS² ist ein Programm der Europäischen Union für sichere Kommunikation über mehrere Umlaufbahnen. Der Wissenschaftskommunikator Alex Riveiro beschrieb als zentrale Einsatzfelder staatliche, militärische und diplomatische Kommunikation. Das Konsortium SpaceRISE, das den Auftrag umsetzt, wird von Eutelsat, Hispasat und SES geführt.

Business Insider España berichtete am 25. Oktober 2026 von 348 geplanten IRIS²-Satelliten. Die ersten Starts wurden für 2029 und der vollständige Betrieb für 2030 erwartet. Das sind geplante Meilensteine, keine bereits erreichten Betriebsstufen.

Die europäische D2D-Allianz ist ein Vorschlag

Eine mögliche Initiative mit Telefónica, Deutsche Telekom, Orange und Vodafone wurde als Vorschlag für eine europäische D2D-Lösung skizziert. Sie soll Satellitenverbindungen mit terrestrischen Netzen kombinieren, um Gegenden ohne Mobilfunkversorgung zu erreichen, etwa abgelegene ländliche Regionen, Berge und Seegebiete. Anders als die US-Vereinbarung vom 1. Oktober ist dieser Ansatz in der Berichterstattung eine vorgeschlagene Initiative, kein beschriebenes Betriebsnetz.

Was Eutelsat für die Ukraine einschätzte

Das englischsprachige Interview mit Eutelsat-Chefin Eva Berneke vom 6. März 2025 behandelt OneWeb, Gespräche zur Ukraine und ihre Einschätzung zur Logistik für 40.000 Terminals.

In einem am 6. März 2025 veröffentlichten Interview sagte Eutelsat-Chefin Eva Berneke, Gespräche mit europäischen Entscheidungsträgern über OneWeb und die Ukraine hätten sich intensiviert. Für die Logistik rund um 40.000 Terminals veranschlagte sie einige Monate. Eine mögliche Verdopplung oder Verdreifachung der Kapazität hielt sie binnen Wochen für denkbar. Das waren Bernekes damalige Einschätzungen zu einem möglichen Ausbau.