Wenn wir die Ben-Gurion-Universität erwähnen, erinnern sich einige unserer Leser vielleicht daran, dass sie in Israel liegt. Noch wichtiger ist, dass sie seit einiger Zeit an speziellen Methoden arbeitet, um das berühmte „Air-Gap“ zu besiegen, das in Hochsicherheitsumgebungen zum Schutz von Daten verwendet wird. Ihre neueste Variante ist Fansmitter, ein Proof-of-Concept, das Daten von einem Computer auf ein Smartphone überträgt, indem es die Geschwindigkeit seiner Lüfter verändert.
Meine letzte Wartungssitzung an meinem Computer beschränkte sich auf die Reinigung von Kühlkörper und CPU-Lüfter sowie auf den Austausch von Silikonfett. Lange Rede, kurzer Sinn: In dem Aluminiumblock lebte eine ganze außerirdische Zivilisation, und der Temperatursensor sagte „Stopp“. Eigentlich hatte ich bereits vermutet, dass etwas mit der Kühlung nicht stimmte, wegen der Art, wie sich das Geräusch des Lüfters veränderte. Dieses Geräusch ist ein Detail, das viele Benutzer erkennen und das sie direkt als „lästig“ empfinden. Neuere, effizientere und optimierte Computer ermöglichen es, dass die Lüfter mit einer geringeren Geschwindigkeit laufen, wodurch der Umgebungsgeräusch reduziert wird. Was ich mir nie vorgestellt hätte, ist, dass das Geräusch eines Lüfters als Ausweg zum Extrahieren von Daten verwendet werden könnte.
Die Übertragung über Lüftergeräusche
Genau das zeigte eine Gruppe von Forschern der Ben-Gurion-Universität mit ihrem System Fansmitter. Aufgrund der Fortschritte in der Malware-Entwicklung lautet die neue Empfehlung für Systeme, die durch ein „Air-Gap“ geschützt sind, die Lautsprecher zu entfernen, aber Fansmitter arbeitet auf einer noch niedrigeren Ebene. Was diese Malware (so nennen es die Forscher) tut, ist, die Geschwindigkeit der Lüfter im Computer zu verändern und so ihre akustische Welle zu manipulieren. Fansmitter kann Daten in binärer Form modulieren und übertragen, indem es diese Änderungen in den Audiosignalen der Lüfter nutzt, die vom Mikrofon eines nahegelegenen Smartphones (innerhalb von acht Metern) erfasst und interpretiert werden.
Subtil und vielseitig
Es gibt zwei weitere Elemente, die Fansmitter zu einem bemerkenswerten Gegner machen: Die Variationen können sehr subtil sein (in der Größenordnung von 100 Hz), was völlig außerhalb des menschlichen Hörbereichs liegt, und es gelingt, mit anderen Lüftern zu interagieren, zusätzlich zu dem, der den Prozessor kühlt, wie die in Grafikkarten und Netzteilen. Eine genaue Überwachung der Lüftergeschwindigkeiten könnte ausreichen, um ein erratisches Verhalten zu erkennen, ganz zu schweigen von Modifikationen an den Lüftern, die eine Steuerung durch Software verhindern, Interferenzen mit einem anderen Gerät (Musik über den Lautsprecher eines Smartphones, vielleicht?) und die Option eines „fanless“ Systems. Schließlich kommen wir zur Übertragungsgeschwindigkeit: 20 Bits pro Minute. Das scheint unbedeutend zu sein, aber mit einer Stunde Dauer könnte etwas Kritisches durchsickern.
Quelle: Wired