Fedora Linux 45 Beta ist seit dem 15. September 2026 verfügbar und bringt eine auffällige Änderung an einer Stelle, die viele Linux-Nutzer kaum noch zu Gesicht bekommen: Die traditionelle virtuelle Textkonsole im Kernel wird durch kmscon ersetzt, einen Terminalemulator im Userspace. Dadurch kann die Konsole Text skalieren, Unicode besser verarbeiten, mehr Farben darstellen und mehrere Sitzplätze unterstützen.

Die Beta bleibt allerdings Vorabsoftware. Als Zieltermine für die finale Veröffentlichung sind der 20. und der 27. Oktober 2026 vorgesehen.

Fedora 45 Beta verändert die Konsole unterhalb des Desktops

kmscon ist nicht der neue Name für GNOME Terminal, Ptyxis oder Konsole. Diese grafischen Terminalprogramme laufen weiterhin innerhalb der Desktopumgebung. Die Änderung betrifft die Linux-TTY beziehungsweise die virtuelle Textkonsole, die direkt unter dem grafischen Desktop arbeitet – etwa für Wartungsaufgaben, Diagnose und Systeme ohne gestartete grafische Oberfläche.

Technisch nutzt kmscon den Direct Rendering Manager (DRM) und Kernel Mode Setting (KMS), um die Anzeige einzurichten. Im Vergleich zur klassischen Kernel-Konsole schafft das die Grundlage für eine flexiblere Darstellung: Schriftgrößen lassen sich anpassen, Zeichen werden sauberer gerendert und internationale Schriftsysteme sollen besser funktionieren. Auch der Betrieb mehrerer Tastaturen und Bildschirme für verschiedene Nutzer ist vorgesehen.

Das ist vor allem für Menschen interessant, die Linux nicht nur über den Desktop verwalten. Eine lesbare, skalierbare Konsole ist bei kleinen Displays, hoher Auflösung und längeren Wartungssitzungen deutlich praktischer als winzige Standardschrift.

Der wichtigste praktische Unterschied: Die Schrift lässt sich vergrößern

Fedora 45 Beta macht die Linux-Konsole mit kmscon skalierbar
Installation und erster Blick auf Fedora 45 Beta

In einem VMware-Test mit Fedora Workstation 45 Beta ließ sich die Konsolenschrift mit Strg + vergrößern und mit Strg − verkleinern. Die Darstellung blieb dabei glatt und scharf. Das ist der greifbarste Vorteil der Umstellung: Wer auf einem hochauflösenden oder kleinen Bildschirm arbeitet, muss sich nicht mit einer kaum lesbaren Standardschrift abfinden.

Die Unterstützung für mehr als 16 Farben, verbesserte Unicode-Darstellung und Multiseat-Betrieb erweitert die klassische Textkonsole zusätzlich. Fedora 45 macht daraus aber keine grafische Desktop-Anwendung. Es bleibt eine textbasierte Systemoberfläche – nur eine, die weniger nach Relikt aus der Frühzeit von Linux aussieht.

Weitere Änderungen in Fedora 45 Beta

Die neue Konsole ist der auffälligste technische Umbau, aber Fedora 45 Beta bringt mehrere weitere Änderungen mit:

  • Fedora 45 verwendet Linux 7.2. In einer virtuellen Maschine war beim ersten Start der Build 7.2.5-300.fc45 zu sehen.
  • Fedora Workstation 45 Beta enthält einen Release-Candidate von GNOME 51.
  • Die Prüfung von RPM-Signaturen ist standardmäßig aktiviert.
  • Der browserbasierte Anaconda-Installer erhält erste Installationsabläufe für Atomic Desktops.
  • Der Installer unterstützt die Partitionierung mit Stratis.
  • DNF5 soll bei Upgrades verhindern, dass Paketquellen beziehungsweise Paket-Anbieter ungeplant gewechselt werden.

Für Fedora-Nutzer bedeutet das: Die Beta ist nicht nur ein optisches GNOME-Update. Sie verändert Komponenten in mehreren Ebenen des Systems – vom frühen Bootvorgang über die Paketverwaltung bis zur Installation.

Fedora Asahi Remix 45 Beta setzt auf vorläufige M3-Unterstützung

Auch die Apple-Silicon-Variante Fedora Asahi Remix 45 Beta gehört zum Fedora-45-Paket. Sie bietet vorläufige Unterstützung für Apple M3, M3 Pro und M3 Max. Performante 3D-GPU-Beschleunigung steht dabei noch nicht zur Verfügung.

Damit richtet sich diese Ausgabe eher an Nutzer, die Linux auf kompatibler M3-Hardware ausprobieren möchten, als an Menschen, die eine vollständig ausgereifte Grafikplattform erwarten. Fedora 45 bleibt in dieser Phase eine Beta – und gerade bei Kernel, Grafiktreibern und Hardware-Unterstützung können sich Verhalten und Umfang bis zur fertigen Version noch ändern.

Fedora 45 bleibt eine Beta

Fedora Linux 45 Beta eignet sich damit vor allem zum Testen in einer virtuellen Maschine oder auf einem System, das nicht für kritische Arbeitsabläufe benötigt wird. Die geplanten Zieltermine für die finale Veröffentlichung liegen am 20. Oktober 2026 beziehungsweise am 27. Oktober 2026. Ob einer dieser Termine tatsächlich zur Veröffentlichung der stabilen Version führt, ist damit nicht festgelegt.