Wie viele Mobilgeräte werden wohl pro Tag gestohlen? Ich schätze, dass keiner von uns eine ganze Woche verbringt, ohne von jemandem zu hören, der sein Smartphone bei einem Überfall oder einem einfachen Diebstahl verloren hat. Abgesehen von den wirtschaftlichen Kosten für den Ersatz gibt es einen weiteren gravierenden Aspekt: die enorme Menge an persönlichen Informationen, auf die der Dieb zugreifen könnte. Anthony van der Meer beschloss, das zu seinem Vorteil zu nutzen, indem er sich ein Handy mit einer Spezialsoftware stehlen ließ – und aus dem, was er innerhalb weniger Tage erfuhr, entstand der Dokumentarfilm „Find my Phone“.
Tracking: Warum es oft wirkungslos bleibt
Es gibt verschiedene Mechanismen, um ein gestohlenes Handy zu orten, aber die Wahrheit ist, dass sie sich leicht blockieren lassen. Der Dieb muss das Smartphone nur ausschalten, zum richtigen Zeitpunkt einen Reset durchführen und die IMEI klonen, um wieder Zugang zum Mobilfunknetz zu erhalten. Oder das Gerät wird zerlegt und in Einzelteilen verkauft – etwas, das bei Modellen üblich ist, die als „heiße Ware“ gelten. Ein Diebstahl bietet aber auch eine einzigartige Gelegenheit für den, der sie nutzt. Mit den richtigen Einstellungen wäre es möglich, die gesamte Route des Geräts zu verfolgen und natürlich mehr über den Dieb zu erfahren …
Das Experiment von Anthony van der Meer
Genau das tat Anthony van der Meer. Nachdem sein iPhone gestohlen worden war und die Ortungsfunktion sich als nutzlos erwiesen hatte, beschloss er, einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Find my Phone“ zu drehen. Er nahm ein HTC-Telefon, installierte die Anti-Diebstahl-App Cerberus (die sich im Systemabschnitt versteckt und die Datenlöschung durch einen Reset verhindert) und legte es als Köder aus – in der Hoffnung, dass ein Dieb es mitgehen lässt. Nachdem er mehrere Personen in einem Einkaufszentrum in Versuchung geführt hatte, wurde das Handy in der U-Bahn gestohlen, als van der Meer auf dem Heimweg war.
Was hat er über den Dieb erfahren? Nun … ich denke, an diesem Punkt solltet ihr euch den ganzen Dokumentarfilm ansehen. Er dauert etwas über zwanzig Minuten und hat Untertitel auf Spanisch (die müssen manuell aktiviert werden). Doch was van der Meer mit seiner Arbeit bestätigt, ist, dass Kreativität aus den unerwartetsten Situationen entstehen kann. Normalerweise ist der Diebstahl eines Smartphones ein traumatisches Erlebnis für das Opfer – und ich meine nicht die stets präsente Gefahr eines körperlichen Angriffs. Manche Nutzer erleben große Angst, wenn sie ihr Handy verlieren, und wollen die Situation so schnell wie möglich in Ordnung bringen. Bei „Find my Phone“ macht das die Geschichte nur interessanter.