Am 6. Oktober 2026 reichte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier in Polk County eine Zivilklage gegen TP-Link Systems Inc. ein. Florida wirft dem Unternehmen irreführende Angaben zur Sicherheit seiner Router, zu seinen Geschäftsbeziehungen, zur Fertigung und zum Umgang mit App-Daten vor. TP-Link Systems Inc. weist die Vorwürfe zurück. Die Klageschrift und die Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft nennen als Beklagte TP-Link Systems Inc., nicht die separate Gesellschaft TP-Link Technologies Co., Ltd.

Was Florida in der Klage behauptet

Florida stützt die Klage auf fünf Vorwürfe nach dem Florida Deceptive and Unfair Trade Practices Act (FDUTPA), Floridas Gesetz gegen irreführende und unlautere Geschäftspraktiken:

  • irreführende Angaben zur Sicherheit von Routern;
  • irreführende Darstellungen oder Auslassungen zur Trennung von chinesischen Geschäftstätigkeiten sowie zu Lieferkette und Fertigung;
  • unterlassene Angaben zu Datenpraktiken;
  • unlautere Praktiken;
  • besonders unbillige Praktiken.

In der Klage beantragt Florida eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, die Abschöpfung von Erlösen sowie die Erstattung von Anwaltsgebühren und Kosten. Außerdem fordert der Bundesstaat 10.000 US-Dollar je vorsätzlichem Verstoß beziehungsweise 15.000 US-Dollar für bestimmte Verstöße, die ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Angehörige des Militärs und ihre Familien oder Veteranen betreffen.

Welche Routermodelle die Klage nennt

Die Sicherheitsvorwürfe beziehen sich auf bestimmte Geräte und Versionen. Florida bringt den TL-WR940N mit der Schwachstelle CVE-2023-50224 und deren Ausnutzung in Verbindung. Beim Archer C7 nennt die Klage die Versionen 2 und 3 und behauptet, diese seien im Zusammenhang mit dem Quad7-Botnetz kompromittiert worden und unterstützten keine automatischen Firmware-Updates. Für den Archer AX21 betreffen die Vorwürfe die Versionen 1 und 1.20: Laut Klage unterstützten sie keine automatischen Updates und würden nicht mehr mit Aktualisierungen versorgt.

Damit nennt Florida konkrete Versionen und Sicherheitsvorwürfe, keine pauschale Feststellung zu sämtlichen TP-Link-Geräten. TP-Link Systems Inc. bestreitet die Anschuldigungen und erklärt, hinter der Sicherheit seiner Produkte zu stehen.

TP-Link Systems Inc. erklärte am 6. Oktober 2026, die Klagen beruhten auf falschen Voraussetzungen. Das Unternehmen bezeichnet sich als unabhängige US-Gesellschaft, die nicht von einer ausländischen Regierung kontrolliert werde. Außerdem erklärt es, in den USA verkaufte Geräte würden in Vietnam hergestellt und es teile Kundennetzwerkdaten nicht mit ausländischen Regierungen. TP-Link Systems Inc. kündigte an, die Vorwürfe vor Gericht zurückzuweisen. Die Stellungnahme des Unternehmens gibt dessen Position wieder.

Was die Angabe von 0,5 Prozent bedeutet

Florida behauptet, dass 0,5 Prozent des Werts der in der Vietnam-Fabrik verwendeten Komponenten in Vietnam gekauft worden seien. Die Klage führt aus, andere Komponenten seien aus China oder über China eingeführt worden. TP-Link Systems Inc. erklärt seinerseits, Geräte für den US-Markt würden in Vietnam hergestellt. Die Angaben betreffen unterschiedliche Produktionsschritte: den Herstellungsort der Geräte und den Einkaufsort ihrer Komponenten.

In seiner Stellungnahme nannte TP-Link Systems Inc. neben Florida auch Montana, Iowa und Nebraska im Zusammenhang mit Klagen der jeweiligen Generalstaatsanwälte.