Gemini in Chrome und Copilot in Edge können Browserinhalte in ihre Antworten einbeziehen, nutzen dafür aber unterschiedliche Einstellungen. Chrome teilt den aktuellen Tab standardmäßig und erlaubt weitere Freigaben; in Edge steuert Context Clues den Zugriff auf Browserkontext. Ist diese Edge-Funktion ausgeschaltet, können Seitentitel und URL trotzdem noch für Vorschlagskacheln verwendet werden. Deutschland stand am 31. Oktober 2026 nicht auf Googles Liste der unterstützten Regionen für erwachsene Nutzer.
Inhalt
- Welche Browserdaten Gemini und Copilot verwenden können
- Was die Einstellungen tatsächlich ändern
- Welche Daten Google bei Keep Activity aufbewahrt
- Was Googles Liste für Deutschland ausweist
Welche Browserdaten Gemini und Copilot verwenden können
Google zufolge nutzt Gemini in Chrome standardmäßig den Inhalt des aktuellen Tabs. Am Computer können Nutzer bis zu zehn weitere offene Tabs freigeben. Auch Tabs, die aus einem Chat oder einem freigegebenen Tab heraus geöffnet werden, können geteilt werden. Google verarbeitet dabei Seiteninhalte und URLs. Wenn Nutzer Gemini bitten, besuchte Seiten in ihrem Chrome-Verlauf zu finden, kann der Assistent außerdem relevante Verlaufs-URLs heranziehen. Teile der verwendeten Seiteninhalte sind möglicherweise nicht auf dem Bildschirm sichtbar.
Bei einer freigegebenen Google-Workspace-Seite kann Gemini laut Google auf das Workspace-Konto zugreifen und sich auf ein vollständiges Dokument beziehen, nicht nur auf den sichtbaren Tab-Inhalt.
Microsoft nennt für Copilot in Edge als möglichen Browserkontext die URL, den Seitentitel, Seiteninhalte oder Screenshots sowie den Browserverlauf. Welche Informationen für eine Anfrage verwendet werden, hängt von Context Clues und der Anfrage ab. Ein Edge-Nutzer äußerte die Sorge, eine Anfrage könne eine gerade geöffnete Bank- oder Gesundheitsseite einbeziehen. Microsoft führt Seiteninhalt und Verlauf als mögliche Kontextdaten auf.
| Merkmal | Gemini in Chrome | Copilot in Edge |
| Möglicher Browserkontext | Aktueller Tab standardmäßig; bis zu zehn weitere offene Tabs können am Computer freigegeben werden | URL, Seitentitel, Seiteninhalt oder Screenshots sowie Browserverlauf |
| Zentrale Einstellung | Freigegebene Tabs einzeln entfernen oder die standardmäßige Freigabe des aktuellen Tabs ausschalten | Context Clues in den Edge-Einstellungen ausschalten |
| Was nach dem Ausschalten gilt | Das Ausschalten der Standardfreigabe verhindert die automatische Freigabe des aktuellen Tabs | Seiteninhalt und Browserverlauf werden für kontextbasierte Anfragen nicht verwendet; Seitentitel und URL können weiterhin Vorschlagskacheln speisen |
Was die Einstellungen tatsächlich ändern
In Gemini in Chrome lassen sich freigegebene Tabs einzeln entfernen. Wer verhindern möchte, dass neue Chats den aktuellen Tab automatisch teilen, kann in Chrome unter KI-Innovationen > Gemini in Chrome die Option „Aktuellen Tab standardmäßig teilen“ ausschalten. Das betrifft diese Tab-Freigabe. Mikrofon, genauer Standort und die Berechtigung „Gemini für dich surfen lassen“ sind separate Einstellungen.
In Edge führt der Weg über Mehr (…) > Einstellungen > Copilot und KI. Dort lässt sich „Copilot erlauben, Context Clues im Web zu lesen“ deaktivieren. Dann verwendet Copilot laut Microsoft keine Browserdaten für Anfragen, die auf Browserkontext beruhen. Seitentitel und URL können aber weiterhin in die Vorschlagskacheln von Edge einfließen. Context Clues auszuschalten ist daher nicht dasselbe wie jede Nutzung von Seitenmetadaten zu unterbinden.
Wenn du bei Chrome nur eine bestimmte Seite ausschließen willst, kannst du sie aus den freigegebenen Tabs entfernen. In Edge schaltet die Context-Clues-Einstellung die Nutzung des Browserkontexts für solche Anfragen ab, statt einzelne Seiten auszuwählen.
Welche Daten Google bei Keep Activity aufbewahrt
Googles Datenschutz-Hub, zuletzt aktualisiert am 26. Oktober 2026, unterscheidet zwischen aktivierter und deaktivierter Einstellung Keep Activity. Ist sie aktiviert, werden Aktivitäten standardmäßig nach 18 Monaten automatisch gelöscht. Nutzer können diesen Zeitraum ändern. Chats, die von Menschen geprüft wurden, und zugehörige Daten können auch nach dem Löschen der Aktivität bis zu drei Jahre aufbewahrt werden.
Bei deaktiviertem Keep Activity speichert Google künftige Chats 72 Stunden lang mit dem Konto. Google verwendet diese Chats nicht zum Training seiner KI-Modelle, sofern Nutzer nicht Feedback einreichen. Eine menschliche Prüfung zum Schutz von Google, Nutzern und Öffentlichkeit kann trotzdem stattfinden. Die 72 Stunden beziehen sich auf Chats; Google nennt sie nicht als eigene Aufbewahrungsdauer für jedes Protokoll einzelner Seiteninhalte.
Microsoft sagt, dass der Browserkontext von Edge nicht im Copilot-Gesprächsverlauf gespeichert wird. In diesem Verlauf stehen laut Microsoft nur die Anfrage und die Antwort. Die separate Microsoft-FAQ zum Datenschutz bei Copilot bezieht sich auf die ältere Version der Copilot-App. Microsoft zufolge war eine aktualisierte Copilot-App für Web, Desktop und Mobilgeräte ab dem 18. August 2026 verfügbar. Die Angaben der älteren App-FAQ beschreiben damit nicht automatisch den Browserkontext von Edge.
Was Googles Liste für Deutschland ausweist
Google führte Deutschland in der am 31. Oktober 2026 geprüften Liste der Regionen für erwachsene Nutzer nicht auf. Für Gemini in Chrome nennt Google außerdem Voraussetzungen: ein unterstütztes Gerät und eine unterstützte Sprache, ein angemeldetes Konto, das Mindestalter sowie die schrittweise Einführung. Die Länderangabe beschreibt den Stand der Liste; sie ist keine Aussage über eine EU-weite Regelung.