Ein am 9. Oktober 2026 veröffentlichter Bericht über einen einzelnen Praxistest zeichnet ein gemischtes Bild von Google Gemini Spark: Die KI fasste Online-Reaktionen zusammen und sortierte PDFs, lieferte bei einer gezielten Amazon-Suche aber keine Amazon-Angebote. Auch auf ein bereits geöffnetes Chrome-Fenster konnte sie in diesem Test nicht direkt zugreifen.
Was Google mit Tasks, Skills und Schedules verspricht
Google beschreibt Gemini Spark als KI-Agenten, der Aufgaben in mehreren Schritten bearbeiten und im Hintergrund weiterarbeiten soll – laut Google sogar dann, wenn Smartphone oder Laptop ausgeschaltet sind. Tasks sind zugewiesene Aufgaben, Skills wiederverwendbare Anweisungen und Schedules zeit- oder bedingungsgesteuerte Abläufe. Das unterscheidet Spark in Googles Beschreibung von einem Chatbot, der auf eine einzelne Eingabe wartet.
Nutzer können laut Google Gmail, Calendar, Drive, Docs, Sheets, Slides, YouTube und Google Maps verbinden. Diese Verknüpfungen sind standardmäßig ausgeschaltet und werden einzeln ausgewählt. Google sagt außerdem, Spark solle bei wichtigen Aktionen nachfragen und seine Nutzer bei der Arbeit beaufsichtigen lassen.
Für den Zugang nennt Google Google AI Pro oder Google AI Ultra, ein Mindestalter von 18 Jahren und ausgewählte Länder. Auch ausgewählte Geschäftskunden kommen infrage; Verfügbarkeit und Kompatibilität können variieren.
Produktsuche: vier Ergebnisse, keines von Amazon
Bei einer Produktsuche mit derselben Eingabe lieferte Spark vier Ergebnisse. Keines davon war ein Amazon-Angebot, obwohl die Antwort sie als passende Amazon-Kandidaten mit Prime-Lieferung bezeichnete. Die Aufgabe dauerte laut Bericht höchstens 30 Sekunden.
Im selben Durchlauf fand ChatGPT Work elf Amazon-Kandidaten; neun davon wurden für eine weitere Prüfung ausgewählt. Die Suche dauerte 10 Minuten und 21 Sekunden. ChatGPT Work öffnete für die Kandidaten jeweils einen eigenen Browser-Tab, Spark öffnete keine Tabs.
| System im Test | Suchergebnisse | Dauer der Aufgabe | Geöffnete Browser-Tabs |
| ChatGPT Work | 11 Amazon-Kandidaten; neun für die weitere Prüfung ausgewählt | 10 Minuten 21 Sekunden | Für jeden Kandidaten ein eigener Tab |
| Gemini Spark | Vier Ergebnisse, keines davon von Amazon | Höchstens 30 Sekunden | Keine |
Die Werte stammen aus diesem einen Durchlauf. Sie beschreiben weder wiederholte Vergleichsläufe noch einen allgemeinen Geschwindigkeitsvergleich.
Stimmungsanalyse zu Claude Opus 5.5
Bei einer weiteren Aufgabe sollte Spark Reaktionen auf das Update von Claude Opus 5 auf 5.5 zusammenfassen. Die Antwort griff Beiträge von Reddit und Substack auf und lieferte eine brauchbare Stimmungsübersicht. Die angefragten Beiträge von X und Facebook berücksichtigte sie nicht.
Damit funktionierte die Zusammenfassung in diesem Fall, ihr Umfang blieb aber hinter der Aufgabenstellung zurück: Wer mehrere konkrete Plattformen abdecken will, muss prüfen, ob die Antwort sie tatsächlich einbezieht.
PDF-Ordner: erfolgreiche Sortierung, weitreichender Hinweis
Spark benannte in der beschriebenen Aufgabe PDFs um und ordnete einen Ordner mit 507 Dateien in 13 Unterordner. Beim Zugriff auf den Ordner zeigte der Berechtigungsdialog einen Hinweis, dass dessen Inhalte im Rahmen der Aufgabenbearbeitung auch mit Dritten geteilt werden könnten. Der Hinweis beschreibt eine mögliche Freigabe; er besagt nicht, dass eine Weitergabe tatsächlich stattfand.
Der Dialog macht den Umfang der angefragten Berechtigung zu einem konkreten Punkt, den Nutzer vor dem Freigeben eines Ordners prüfen sollten. Google beschreibt verbundene Apps als nutzerseitig ausgewählt und standardmäßig ausgeschaltet; der Ordnerdialog bezog sich auf diesen konkreten Zugriff.
Chrome-Fenster: kein direkter Zugriff im Test
Auf die Bitte, ein geöffnetes Google-Chrome-Fenster zu untersuchen und dessen aktive Erweiterungen aufzulisten, antwortete Spark, es könne nicht direkt auf das Fenster zugreifen oder damit interagieren. Das Ergebnis betrifft genau diese Anfrage in diesem Test.