Der Gigabyte GO27Q24G verbindet ein 27-Zoll-WOLED-Panel mit QHD-Auflösung und bis zu 240 Hz. Im Test von Christian Eberle bei Tom’s Hardware fielen die Reaktionszeit und die Eingabeverzögerung niedrig aus; bei HDR hängt die Wahl zwischen höherer Spitzenhelligkeit und genauerem Helligkeitsverlauf ab. Für schnelle Spiele ist das überzeugend. Wer viel feinen Text liest oder bearbeitet, sollte auch die von einem weiteren Reviewer beschriebene Textunschärfe berücksichtigen. GIGABYTE nennt 2560 × 1440 Pixel, 240 Hz und 0,03 ms GTG als Produktspezifikationen.
Tempo: Messwerte und Herstellerangabe
Die Angabe von 0,03 ms bezeichnet die GTG-Reaktionszeit („Grey-to-Grey“); sie ist nicht dasselbe wie eine Messung des Wechsels von Schwarz zu Weiß. Christian Eberle maß für Tom’s Hardware beim GO27Q24G 0,24 ms für diesen Schwarz-Weiß-Wechsel und 13,1 ms absolute Eingabeverzögerung. Das sind Ergebnisse seines Tests und keine Werte, die sich direkt mit der GTG-Angabe gleichsetzen lassen. Tom’s Hardware erläutert die Messwerte im Test.
Zusammen mit der Bildwiederholrate von bis zu 240 Hz passt das Tempo zu PC-Spielen mit hohen Bildraten. Eberle beschrieb sein Spielerlebnis bei mehr als 200 Bildern pro Sekunde als besonders flüssig. Wer überwiegend an einer Konsole oder mit niedrigeren Bildraten spielt, schöpft die 240 Hz seltener aus.
HDR: mehr Spitzenhelligkeit oder genaueres Tracking?
Bei einem 25-Prozent-Messfenster erreichte das normale HDR-Profil in Eberles Test rund 465 cd/m². Im Modus „Peak 1300“ waren es bei derselben Fenstergröße mehr als 728 cd/m². Der hellere Modus hob zugleich die Mitteltöne an und bildete den vorgesehenen Helligkeitsverlauf weniger genau ab. Wer eine möglichst genaue Helligkeitswiedergabe bevorzugt, fährt daher mit dem normalen HDR-Profil besser; „Peak 1300“ setzt stärker auf sichtbare Lichtspitzen. Die Messungen und die Bewertung des EOTF-Verlaufs stehen im HDR-Test von Tom’s Hardware. EOTF bezeichnet die Zuordnung des Bildsignals zur tatsächlich ausgegebenen Helligkeit.
| HDR-Modus | Messfenster | Gemessene Helligkeit | Helligkeitsverlauf |
| HDR | 25 % | ca. 465 cd/m² | genaueres Tracking |
| Peak 1300 | 25 % | über 728 cd/m² | weniger genaues Tracking; Mitteltöne angehoben |
GIGABYTE gibt 1.300 cd/m² als typische HDR-Helligkeit bei 1,5 Prozent APL an. Das ist eine andere Bedingung als Eberles Messung bei einem 25-Prozent-Fenster. Für SDR nennt der Hersteller 275 cd/m² bei 100 Prozent APL. Die Angaben führt GIGABYTE in den Produktspezifikationen auf.
Kalibrierung und Text am Schreibtisch
Eberle maß beim getesteten Gerät im Standardmodus zunächst einen Graustufenfehler von 4,03 dE. Nach Anpassungen an Gamma und RGB-Reglern sank der Wert in seinem Test auf 0,81 dE. Das zeigt, dass sich die Graustufenwiedergabe dieses Testgeräts durch Einstellungen verbessern ließ; es ist keine Zusicherung, dass jedes Exemplar dieselben Werte erreicht. Tom’s Hardware dokumentiert die Ergebnisse und Einstellungen.
| Einstellung | Empfehlung für das Testgerät | Ziel / Bedingung |
| Helligkeit | 76 | 200 cd/m² |
| Helligkeit | 41 | 120 cd/m² |
| Helligkeit | 33 | 100 cd/m² |
| Helligkeit | 24 | 80 cd/m² |
| Helligkeit | 12 | 50 cd/m²; gemessene Mindesthelligkeit 24 cd/m² |
| Kontrast | 50 | Standardmodus |
| Gamma | 2,0 | Standardmodus |
| RGB | 95 / 100 / 99 | Rot / Grün / Blau |
Für längere Textarbeit ist die Lesbarkeit ein eigener Abwägungspunkt. The Display Guy beschreibt in seinem Test sichtbare Einschränkungen bei feiner Schrift, die er mit der Subpixel-Anordnung des Panels in Verbindung bringt. Das ist eine persönliche Beobachtung des Reviewers, kein standardisierter Messwert. Wer den Monitor vor allem für Büroarbeit oder Textbearbeitung nutzt, sollte diesen Punkt bei der Entscheidung stärker gewichten als die hohe Bildwiederholrate.
Anschlüsse, Gaming-Funktionen und Garantie
Der Monitor bietet zwei HDMI-2.1-Anschlüsse, einen DisplayPort 1.4, einen USB-C-Eingang mit 15 W Stromversorgung und einen Kopfhörerausgang. Ein USB-Hub mit zusätzlichen Anschlüssen und interne Lautsprecher fehlen. Wer Maus, Tastatur oder andere Geräte am Monitor anschließen möchte, braucht dafür also eine separate Lösung. Die Anschlussdaten stehen bei GIGABYTE; Tom’s Hardware nennt ebenfalls die fehlenden Zusatz-USB-Anschlüsse und Lautsprecher.
Eberle beschreibt „Ultra Clear“ als Black-Frame-Insertion-Funktion für Bildraten unter 120 Hz. Dabei wird zwischen den Bildern ein schwarzes Bild eingefügt, um Bewegungen klarer erscheinen zu lassen; laut seinem Test sinkt die Helligkeit dabei um etwa 40 Prozent. Die Funktion ist damit eine Option für niedrigere Bildraten, kostet aber sichtbar Helligkeit. Der OSD-Eintrag Tactical Switch bietet außerdem verschiedene Auflösungsoptionen.
GIGABYTE gibt für den GO27Q24G drei Jahre Garantie an und schließt laut Hersteller auch Panel-Burn-in ein. Die Garantieangabe steht auf der Produktseite von GIGABYTE.