GNOME 51 wurde am 16. September 2026 nach sechs Monaten Entwicklungszeit veröffentlicht. Die Version mit dem Codenamen „A Coruña“ bringt praktische Verbesserungen für Karten, Anmeldung, Barrierefreiheit und Grafik – und entfernt zugleich alte NVIDIA-Schnittstellen, die für bestimmte ältere Konfigurationen relevant sind.

GNOME 51 ist stabil und legt bei Maps deutlich zu

Die auffälligste Neuerung steckt in GNOME Maps: Du kannst ausgewählte Regionen herunterladen und anschließend ohne Netzwerkverbindung ansehen. Die Downloads lassen sich in einer eigenen Liste verwalten.

Für den öffentlichen Verkehr ergänzt Maps Live-Abfahrten, Echtzeit-Verspätungen, Hinweise zu Bahnsteigen oder Haltestellen sowie Gehzeiten – sofern die jeweilige Region passende Verkehrsdaten bereitstellt.

Ein Praxistest von NeoTeo zeigte allerdings, dass die heruntergeladenen Kartendaten in der getesteten Umgebung keine vollständig netzunabhängige Routenplanung ermöglichten. Offline-Karten sind deshalb vor allem für die Orientierung nützlich; eine Route solltest du nicht grundsätzlich ohne Verbindung einplanen.

Anmeldung und PDF-Signaturen: praktisch, aber mit klaren Grenzen

Der Anmeldebildschirm GDM unterstützt in GNOME 51 mehrere Authentifizierungsmechanismen, darunter webbasierte Anmeldungen, wenn das System entsprechend eingerichtet ist. Auch die Unterstützung für Smartcards und die Anmeldung über externe Identitätsinfrastrukturen wird ausgebaut. Für Remote-Desktop-Szenarien kommen Smartcard-Durchreichung und Kerberos-Authentifizierung hinzu.

In Papers, dem Dokumentenbetrachter, kannst du eine Signatur mit Maus oder Touchscreen zeichnen oder als Bild importieren. Das Ergebnis ist eine sichtbare Markierung im Dokument. Sie liefert jedoch nicht die Eigenschaften einer kryptografischen digitalen Signatur: Weder die Identität des Unterzeichners noch die Unverändertheit des Dokuments werden dadurch garantiert.

Mutter soll Animationen unter Last flüssiger halten

Der Compositor Mutter überarbeitet die Zeitplanung für Frames und die Weitergabe von Bildschirmbildern. Das soll Animationen auch bei hoher Systemlast gleichmäßiger machen. Bei Bildschirmaufnahmen wird zudem redundante Arbeit reduziert und weniger zwischen Puffern kopiert.

Eine allgemeingültige prozentuale Leistungssteigerung nennt GNOME nicht. Entscheidend ist daher weniger ein Benchmark-Versprechen als die technische Richtung: GNOME 51 räumt an den Stellen auf, die für flüssige Darstellung und effiziente Bildschirmaufzeichnung relevant sind.

Auch die Barrierefreiheit erhält mehrere Verbesserungen. Dazu gehören ein erweitertes „Weniger Bewegung“, eine per Tastatur steuerbare Auswahl für Screenshots, eine Einstellung für die Dauer des Fokusrahmens und aufgeräumtere Ausgaben für Screenreader.

Weitere Änderungen in Einstellungen und Anwendungen

Die Einstellungen erhalten unter anderem:

  • automatische Bildschirmdrehung und eine Sperre der Ausrichtung,
  • mittig ausgerichtetes Einrasten von Fenstern,
  • das automatische Deaktivieren des Touchpads bei angeschlossener Maus,
  • Einstellungen für DNS-Domänensuchen.

WEP verschwindet aus dem Netzwerkbereich der Einstellungen. Die alte WLAN-Verschlüsselung gilt seit Jahren als unsicher; GNOME entfernt ihre Auswahl deshalb aus dieser Oberfläche.

Auch mehrere Anwendungen werden überarbeitet. Files, Web, Software, Calendar, Loupe, Sushi und verschiedene Bedienungshilfen erhalten Verbesserungen bei Bedienung, Leistung, Sicherheit oder Zugänglichkeit. Der Datei-Vorschauer wurde mit GTK 4 und libadwaita neu geschrieben und bietet unter anderem einen Dunkelmodus sowie eine Darstellung von Bildern in Originalgröße.

Ältere NVIDIA-Konfigurationen müssen die Grafik-Schnittstelle prüfen

GNOME 51 entfernt alte NVIDIA-Schnittstellen für die Grafikausgabe. Betroffen sind damit Systeme, die noch auf diese Legacy-Pfade angewiesen sind. Bei älterer NVIDIA-Hardware kann als Ausweichlösung der freie Treiber Nouveau zum Einsatz kommen.

Die Änderung betrifft nicht einfach jede NVIDIA-Grafikkarte gleichermaßen, sondern den verwendeten Grafik- und Treiberpfad. Wer ein älteres System mit proprietären NVIDIA-Treibern betreibt, sollte deshalb vor dem Wechsel auf GNOME 51 die konkrete Kombination aus Grafikkarte, Distribution und Treiberpaket berücksichtigen.

Technisch ersetzt GNOME die alten Pfade durch standardisierte Übergabemechanismen im Wayland-Umfeld. Für moderne Systeme ist das ein Schritt hin zu einer einheitlicheren Grafikarchitektur; auf älterer Hardware kann es dagegen die bisherige Desktop-Konfiguration verändern.

Der Rollout erfolgt über die Linux-Distributionen

GNOME 51 wird nach dem Start schrittweise in große Linux-Distributionen gelangen. GNOME rechnet mit einer Bereitstellung in den Wochen nach der Veröffentlichung. Ob und wann die Version auf einem konkreten System erscheint, hängt deshalb vom jeweiligen Distributionszyklus und den dortigen Paketen ab.

Mit Bobby, Tally und Bazaar gehören außerdem drei neue Anwendungen zum GNOME-Circle-Programm. Damit erweitert sich das Umfeld geprüfter Community-Anwendungen rund um den Desktop.