Google gab am 21. Oktober 2026 bekannt, dass Chrome die Abfrage vor möglichen HTTP-Verbindungen standardmäßig für alle Nutzer aktiviert hat. Kann der Browser eine Website nicht über HTTPS erreichen, hält aber eine Verbindung über HTTP für möglich, fragt er vorher um Erlaubnis. HTTP ist dabei unverschlüsselt: Die Zustimmung macht die Verbindung nicht sicher.

Wann Chrome vor HTTP warnt

Chrome zeigt die Abfrage, wenn eine HTTPS-Verbindung nicht zustande kommt, HTTP aber funktionieren könnte. Eine ausdrücklich mit https:// aufgerufene Seite führt bei einem Verbindungsfehler dagegen zu einer normalen Netzwerkfehlermeldung. Chrome wechselt dann nicht automatisch zu HTTP. Auch bei Websites mit HSTS, einer Anweisung an den Browser, HTTPS zu verwenden, gibt es keinen Rückfall auf HTTP.

Ein Hinweis kann trotzdem erscheinen, wenn am Ende einer Weiterleitung eine HTTPS-Seite steht. Schon ein einzelner Schritt über HTTP kann die Abfrage auslösen. Website-Betreiber sollten daher jeden Schritt einer Weiterleitungskette auf HTTPS umstellen. In Chrome DevTools lässt sich im Bereich „Network“ prüfen, welche Weiterleitung den HTTP-Aufruf enthält.

Zustimmung merken und Einstellung ändern

Chrome merkt sich eine Zustimmung 15 Tage lang und erneuert sie, wenn du die betreffende Website wieder besuchst. Wer die Abfrage ausschalten möchte, findet „Immer sichere Verbindungen verwenden“ unter chrome://settings/security. Eine zuvor gewählte Einstellung behält Chrome laut Chromium auch nach der standardmäßigen Aktivierung bei.

Für bestimmte lokale Adressen erscheint die Warnung standardmäßig nicht. Dazu zählen localhost, lokale IP-Adressen wie 192.168.0.1 und einfache Hostnamen wie intranet/. Diese Ausnahmen sind besonders für lokale Entwicklung und Geräte im Heimnetz relevant.

Was die HTTP-Abfrage leistet

Die Abfrage gibt dir die Wahl, bevor Chrome eine mögliche HTTP-Verbindung herstellt. Sie verschlüsselt den Datenverkehr nicht und bestätigt auch nicht, dass eine Website vertrauenswürdig ist. Google begründet die Änderung damit, dass ein bisheriger Hinweis wie „Nicht sicher“ erst nach dem Verbindungsaufbau erscheinen kann und kurze HTTP-Schritte, etwa bei Weiterleitungen, leicht übersieht.

In den frühen Rollout-Daten von Google sahen knapp 95 Prozent der Chrome-Nutzer am Desktop innerhalb einer Woche keine HTTP-Warnung; weniger als ein Prozent sah drei oder mehr.