Nach dem formellen „Tauwetter“ in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba und dem historischen Besuch von Präsident Barack Obama auf der Insel tauchen erste Details über die Ankunft mehrerer Unternehmen in diesem Gebiet auf. Eines davon ist Google, das laut Präsident Obama den Zugang zu Breitband und WLAN erweitern will.
Historischer Kontext
Um zu erfahren, wann ein US-Präsident zuletzt Kuba besuchte, müssen wir bis ins Jahr 1928 zurückgehen, als Calvin Coolidge auf dem Schlachtschiff USS Texas auf der Insel ankam. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern waren damals ganz anders, mit vielen dunklen Punkten, die von allen Beteiligten gefördert wurden, insbesondere während des Batista-Regimes. Alles änderte sich mit der Revolution von 1959, Batistas Flucht, Fidel Castros Machtübernahme und der Einführung des berühmten Embargos (von den Kubanern als „Blockade“ bezeichnet). Das sogenannte „Tauwetter“ in den Beziehungen begann Ende 2014, angeregt durch den Vatikan und die kanadische Regierung. Seitdem arbeiten die USA und Kuba daran, die schärfsten Kanten zu beseitigen, und obwohl noch viele kritische Punkte offen sind, ist das Interesse amerikanischer Unternehmen an der Rückkehr auf die Insel nicht mehr zu verbergen. Laut Präsident Obama ist Google eines dieser Unternehmen.
In einem Interview kündigte Präsident Obama an, dass Google eine „Vereinbarung“ habe, um den Breitbandzugang zu erweitern und öffentliche WLAN-Knoten zu installieren. Wie wir bereits erwähnt haben, ist der kubanische Rückstand in Sachen Infrastruktur erheblich, und die Kosten für den Zugang in einem Internetcafé liegen weit über dem, was ein Kubaner mit einem durchschnittlichen Gehalt bezahlen kann. Die Ankunft von Google in Kuba könnte die Entwicklung neuer Einrichtungen und Dienste erheblich beschleunigen, aber es gibt ein Problem: Die Worte des US-Präsidenten scheinen die Situation etwas „aufgeblasen“ zu haben.
Das Abkommen mit Google
Die Vereinbarung, von der die Rede ist, verbindet Google mit dem Organischen Museum von Romerillo in Havanna, wo mehrere Produkte des Unternehmens ausgestellt werden, darunter Chromebooks und VR-Brillen aus dem Cardboard-Projekt. Diese Vereinbarung beinhaltet eine Verbindung mit dem örtlichen Betreiber ETECSA, aber Google besteht darauf, dass es sich um „erste Schritte“ handelt, daher könnte der gesamte Prozess Jahre dauern, sofern die nächste Regierung die Beziehungen nicht wieder zurückdreht.