Google kündigte am 20. Oktober 2026 neue Warnstufen für Chrome Safe Browsing an. Sie gelten laut Google für Nutzer mit aktiviertem Erweitertem Schutz und unterscheiden zwischen verdächtigen Websites mit einem weniger sicheren Risikourteil und als gefährlich eingestuften Seiten mit hoher Risikoeinschätzung. Zusätzlich kündigte Google Änderungen an der Betrugserkennung mit Gemini und der Prüfung verdächtiger kopierter Befehle an.

Zwei Warnstufen für Websites

Google ordnet „verdächtig“ und „gefährlich“ unterschiedlich ein. Eine verdächtige Website weist laut Google auf täuschende Muster hin, die mit bekannten schädlichen Seiten verbunden sind. Das Urteil ist weniger sicher, und es besteht ein mögliches Risiko für Nutzer. Bei einer als gefährlich eingestuften Seite geht Google von hoher Urteilssicherheit und einem hohen Schadensrisiko aus.

EinstufungGoogles RisikourteilBeschriebene Warnung
VerdächtigGeringere Urteilssicherheit, mögliches SchadensrisikoGestaltung, Symbole, Farben und Text richten sich nach den erkannten Täuschungsmustern.
GefährlichHohe Urteilssicherheit, hohes SchadensrisikoEine rote Warnseite im Vollbild für eine als bösartig bekannte Seite.

Die Abstufung soll Nutzer bei der Entscheidung unterstützen, wie sie mit einer Warnung umgehen. Für gefährliche Seiten beschreibt Google weiterhin die rote Vollbildwarnung.

Gemini prüft bestimmte Betrugsmuster

Google kündigte an, die Gemini-gestützte Betrugserkennung für Nutzer des Erweiterten Schutzes auf ein serverseitiges Modell umzustellen. Zuvor lief das Modell auf unterstützten Geräten lokal. Die Erkennung soll neben technischem Support-Betrug auch gefälschte Antivirus- und Browser-Update-Seiten erfassen.

Gemini bewertet laut Google den Inhalt einer Seite, darunter die dargestellte Marke, die Absicht der Seite und die Wahrscheinlichkeit eines Betrugs. Safe Browsing bezieht diese Analyse zusammen mit der Domain-Reputation und weiteren Signalen in das Urteil ein.

Google zufolge wird Seitentext nur dann zur Analyse herangezogen, wenn starke Betrugsindikatoren vorliegen. Übermittelte Seiteninhalte würden kurzfristig verarbeitet, nicht protokolliert oder gespeichert und nicht zum Trainieren von Modellen verwendet.

ClickFix: Warnung vor verdächtigen kopierten Befehlen

Bei ClickFix versuchen Betrüger, Nutzer durch gefälschte Fehlermeldungen oder Update-Hinweise dazu zu bringen, einen Befehl zu kopieren. Google kündigte an, dass Chrome bei aktiviertem Erweitertem Schutz verdächtige kopierte Befehle erkennen und zur Analyse an Safe Browsing senden soll. Zuvor entfernt Chrome laut Google personenbezogene Informationen aus den übermittelten Befehlsdaten. Fällt das Urteil gefährlich aus, löst das eine Chrome-Warnung aus.

Was Googles Sicherheitsvergleich aussagt

Google bezeichnet Nutzer des Erweiterten Schutzes als „zehnmal sicherer“ als Nutzer des Standard-Schutzes. Grundlage dieses Vergleichs ist laut Google die durchschnittliche Zahl angezeigter Sicherheitswarnungen. Die Kennzahl zählt Warnungen, nicht verhinderte Angriffe.

Google zufolge hatten 2025 mehr als eine Milliarde Chrome-Nutzer den Erweiterten Schutz aktiviert. Diese Zahl bezieht sich auf die bestehende Schutzoption; sie gibt nicht an, wie viele Nutzer die neu angekündigten Warnungen erhalten haben.