Google gab am 15. Oktober 2026 bekannt, dass Android-Erdbebenwarnungen inzwischen in mehr als 200 Ländern und Regionen verfügbar seien – zuvor waren es 98. Als Beispiele nannte Google Panama und Guatemala. Nach Unternehmensangaben hat das System seit seinem Start außerdem mehr als eine Milliarde Warnmeldungen verschickt. Google

Zur geografischen Ausweitung kommen Länderberichte hinzu: Das niederländische Tech-Magazin Bright berichtet, dass Android-Erdbebenwarnungen in den Niederlanden verfügbar sind. Die italienischen Medien XiaomiToday und TechPrincess zählen auch Italien zu den erfassten Ländern.

So erkennt Android mögliche Erdbeben

Ein spanischsprachiger Beitrag von DW Tecnología y mundo digital erklärt das Prinzip der Android-Erdbebenwarnungen.

Außerhalb von Kalifornien, Oregon und Washington nutzt das System laut Google Research die Beschleunigungssensoren von Android-Handys. Ein ruhendes Telefon kann damit die ersten seismischen Wellen registrieren und ein Signal samt grobem Standort an einen Google-Server senden. Dieser verknüpft Meldungen mehrerer Geräte, um ein mögliches Erdbeben zu erkennen und dessen Ort und Magnitude einzuschätzen.

Die Erkennung beginnt, nachdem ein Beben eingesetzt hat: Android sagt Erschütterungen voraus, sondern soll warnen, bevor die langsameren und oft stärkeren S-Wellen einen Ort erreichen. Wie viel Vorlauf bleibt, hängt unter anderem von der Entfernung zum Beben ab. Eine feste Warnzeit ist damit nicht verbunden.

In Kalifornien, Oregon und Washington verteilt Google nach eigenen Angaben Warnungen des US-Systems ShakeAlert. Dessen Netz umfasst laut Google Crisis Resilience 1.675 seismische Sensoren.

Was ein Android-Handy für Warnungen braucht

Google Research nennt drei Voraussetzungen: WLAN oder mobile Daten, aktivierte Android-Erdbebenwarnungen und eingeschaltete Standortdienste. Die Warnmeldungen hängen damit sowohl von den Einstellungen als auch von einer verfügbaren Datenverbindung ab.

Was die drei Warnstufen bedeuten

Google versendet Warnungen für Erdbeben ab Magnitude 4,5. Welche Stufe ein Gerät erhält, richtet sich nach der erwarteten Erschütterung. Dafür nutzt Google die MMI-Skala, die die Stärke der Erschütterungen an einem Ort beschreibt.

  • Be Aware: erwartet werden Erschütterungen der MMI-Stufen 3 bis 4.
  • Be Ready: erwartet wird MMI 4 bei einem bedeutenden Erdbeben.
  • Take Action: erwartet wird MMI 5 oder höher bei einem Erdbeben ab Magnitude 4,5.

Die Stufen unterscheiden sich auch darin, wie sie sich auf das Telefon auswirken: Be Aware richtet sich nach Lautstärke-, „Nicht stören“- und Benachrichtigungseinstellungen. Be Ready kann „Nicht stören“ übergehen. Take Action schaltet den Bildschirm ein und gibt einen lauten Ton aus.

Was Google für Be Ready angekündigt hat

Google kündigte am 15. Oktober 2026 zusätzliche Informationen für die Warnstufe Be Ready an: eine Karte des betroffenen Gebiets, eine geschätzte Magnitude, empfohlene Schutzmaßnahmen und eine Schaltfläche mit weiteren Informationen. Die Ergänzungen sollten in den Monaten nach der Ankündigung folgen.