In der IT-Welt machte die Entscheidung von Microsoft schnell die Runde, und die Reaktion der Nutzer ließ nicht lange auf sich warten. Die Entscheidung von Microsoft, Updates auf Ryzen- und Kaby-Lake-Plattformen mit Windows 7 und Windows 8.1 zu blockieren stieß auf einen Sturm der Kritik – doch in Redmond scheint man nicht gewillt, seine Meinung zu ändern. Die Folge ist ein neuer Patch, der eine interne Systemdatei hackt und Windows Update so täuscht, dass es immer einen unterstützten Prozessor sieht.
Der Hintergrund
Ein weiterer Makel in der Bilanz von Microsoft, ohne Zweifel. In der fiebrigen Begeisterung für „Software als Dienst“ und den sich häufenden Rechtsstreitigkeiten hat Redmond beschlossen, Windows Update unter Windows 7 und Windows 8.1 zu blockieren, wenn diese Betriebssysteme auf Ryzen- oder Kaby-Lake-Hardware laufen. Microsoft hatte bereits bei Skylake versucht, dasselbe zu tun, aber nach der ersten Reaktion verschob man die Sperre um eine Generation. Zwar gibt es durchaus technische Herausforderungen bei der Installation von Windows 7 auf einem Ryzen-Rechner (vor allem bei der USB-Erkennung), doch mit den richtigen Treibern wäre das kein Problem. Addiert man die Tatsache, dass Windows 7 bis 2020 unterstützt wird und Windows 8.1 noch nicht einmal aus dem Mainstream entlassen wurde, kommt man leicht zu dem Schluss, dass es viele verärgerte Nutzer gibt.
Der Patch
Einer dieser Nutzer ist „Zeffy“ auf GitHub, der nicht nur seine Meinung zu Windows 10 mit kräftigen Worten kundtat, sondern auch einen Patch veröffentlichte, der die Nutzung von Windows Update unter Windows 7 und 8.1 mit Ryzen-Kaby Lake freischaltet. Die Hotfixes, die die Einschränkung ursprünglich hinzufügen, sind KB4012218 und KB4012219. Nach einer Reihe von Dateivergleichen stieß Zeffy schließlich auf die Datei wuaueng.dll, die zwei Funktionen besitzt: IsDeviceServiceable(void) und IsCPUSupported(void). Durch eine einfache Bearbeitung wird wuaueng.dll gezwungen, die CPU als kompatibel zu melden.
Die Fallstricke
Nun zum Kleingedruckten. Erstens: Microsoft muss nur eine neue Version von wuaueng.dll in zukünftigen Hotfixes ausliefern, um den Patch zu deaktivieren. Das macht den gesamten Prozess zu einem Wettlauf, da der Nutzer jedes Mal die neue wuaueng.dll mit einer modifizierten überschreiben muss. Zweitens: Die Bearbeitung von Systemdateien bricht die Integrität des System File Checker, sodass jede Überprüfung per SFC Fehler anzeigen wird.
Alternativen
Die Alternativen bestehen darin, die Updates unter Windows 7 und 8.1 auf „nur Sicherheit“ zu beschränken, um die Installation von KB4012218 und KB4012219 zu vermeiden (was Microsoft jedoch nicht daran hindert, die Sperre in anderen Patches zu platzieren), oder eine externe Lösung wie WSUS Offline Update zu verwenden und Windows Update komplett zu umgehen.