Huawei stellte am 15. September 2026 in Wuhu in der chinesischen Provinz Anhui eine vertikale Referenzarchitektur für KI-Rechenzentren vor. Statt Kühlung, IT, Stromversorgung und Notstrom hauptsächlich nebeneinander anzuordnen, verteilt das Konzept diese Bereiche auf vier Ebenen.

Die vier Ebenen der vertikalen Architektur

Huawei stellt in Wuhu ein 3D-Rechenzentrum mit vier Ebenen vor

Huawei ordnet die Infrastruktur von unten nach oben so an:

  • Kühlung: Die unterste Ebene übernimmt die Kühlinfrastruktur.
  • IT-Ausrüstung: Darüber liegen die Systeme für die eigentliche Rechenleistung.
  • Stromversorgung: Die dritte Ebene ist für die Energieversorgung vorgesehen.
  • Notstrom: An der Spitze liegt die Backup-Infrastruktur; Batterien sind auf dem Dach vorgesehen.

Huawei beschreibt dafür eigene vertikale Wege für Kühlung und Strom sowie eine physische Trennung der Infrastrukturzonen. Der Ansatz soll die Architektur modularer und standardisierter machen. Die genannten Vorteile bei Wegen, Wärmeabfuhr, Energieeffizienz und Zuverlässigkeit sind dabei Teil der Beschreibung von Huawei.

Warum KI-Rechenzentren in die Höhe wachsen

Große KI-Modelle verlangen immer mehr Rechenleistung. Huawei-Manager Ren Shulu verwies auf Hochleistungs-Racks mit einer Leistungsaufnahme von ungefähr 100 bis 200 kW. Das erhöht den Druck auf Stromversorgung und Kühlung – zwei Bereiche, die in klassischen Rechenzentren viel Platz beanspruchen und eng mit der räumlichen Anordnung der IT verbunden sind.

Die vertikale Organisation soll diese Infrastruktur in klar getrennten Bereichen bündeln. Huawei beschreibt das Rechenzentrum deshalb als standardisiertes Produkt, das sich in größerem Maßstab vervielfältigen lässt, statt jedes Projekt vollständig individuell zu planen.

Wang Tao, stellvertretender Vorsitzender und rotierender Vorsitzender von Huawei, bezeichnete Cluster mit mehr als 100.000 Ascend-Karten als künftige Grundkonfiguration für Anwendungen mit sehr großen Modellen und wachsendem Token-Bedarf.

Mehr als 100.000 Ascend-Karten und bis zu 168 MW

Huawei richtet die Architektur auf KI-Cluster mit mehr als 100.000 Ascend-Karten aus. Das ist eine Zielgröße für die vorgesehene Clusterkonfiguration. Für ein einzelnes Gebäude nennt Huawei außerdem eine Leistung von bis zu 168 MW.

Die beiden Angaben beschreiben den geplanten Maßstab des Konzepts. Sie sind keine Aussage darüber, dass in Wuhu bereits ein Rechenzentrum mit dieser Kartenanzahl und Leistung in Betrieb ist.

Die 3D Data Center Overview Design Library

Zusätzlich zur Architektur kündigte Huawei die 3D Data Center Overview Design Library an. Die Bibliothek soll Planungsvorlagen für mehrere Bereiche bündeln:

  • Architektur und Tragwerk
  • elektrische und mechanische Systeme
  • Wasserversorgung und HVAC
  • Hoch- und Niederspannungsinfrastruktur

Damit verbindet Huawei die vertikale Gebäudestruktur mit einem standardisierten Planungsansatz für KI-Rechenzentren. Huawei Cloud entwickelt nach Angaben des Unternehmens außerdem weitere 3D-Rechenzentren in Guizhou und der Inneren Mongolei.