Am 21. September 2026 meldete Jack Willis Frode Weierud, dass Claude Opus 5 bei der Entschlüsselung von FMNGI, der deutschen Heeresnachricht Nr. 285, geholfen habe. Zusammen mit Carter Leffens Arbeit an MVUEH, Nachricht Nr. 172, sind damit zwei getrennte Enigma-Nachrichten aus dem Jahr 1941 Gegenstand berichteter KI-gestützter Lösungen. Weierud bestätigte den eingereichten Schlüssel und Klartext für MVUEH.

Zwei Nachrichten, zwei unterschiedliche Abläufe

Die Fälle betreffen zwei einzelne Nachrichten: MVUEH stammt vom 10. Juli 1941, FMNGI vom 31. Juli 1941. Die Enigma-Verschlüsselung war bereits im Zweiten Weltkrieg von Menschen entschlüsselt worden; bei diesen Berichten geht es um zwei historische Nachrichten, die ungelöst geblieben waren.

MVUEH: Carter Leffen und GPT-6 Astra

Carter Leffen bat GPT-6 Astra, eine ungelöste Nachricht zu finden und anzugreifen. Seiner Darstellung zufolge wählte das Modell MVUEH aus und entwickelte Python- und C++-Software für einen Enigma-Simulator und eine softwarebasierte Bombe, ein Werkzeug für die Schlüsselanalyse.

Als Suchhilfe diente das wiederholte Ortsnamensfragment ROSENOWROSENOW. In der Kryptanalyse heißt ein solches bekanntes oder vermutetes Klartextstück Crib: Es schränkt die Suche nach einer passenden Verschlüsselung ein. Leffen zufolge gab er die übrigen 68 Buchstaben des rekonstruierten Nachrichtentexts nicht als Crib vor. Der rekonstruierte Textkörper umfasst 82 Buchstaben.

Leffens Bericht datiert die Untersuchung auf den 14. und 15. September 2026. Am 15. September bat er Weierud um Prüfung der Lösung. Weierud bestätigte, dass der eingereichte Schlüssel und Klartext korrekt waren.

FMNGI: Claude Opus 5 und die abschließende Schlüsselsuche

Für die Arbeit an FMNGI stellte Jack Willis Claude Opus 5 eine Go-Arbeitsumgebung für kryptanalytische Untersuchungen und historisches Material bereit. Willis zufolge fand die abschließende Suche nach dem Schlüssel am 20. September 2026 auf einem Rechner mit Apple M2 statt und dauerte 13 Minuten und 28 Sekunden. Diese Zeitspanne betrifft nur die abschließende Suche.

Auch der rekonstruierte Text enthielt Fehler: Der Bericht nennt KOLJNNE statt KOLONNE sowie ZURUEK statt der beabsichtigten Schreibweise ZURUEQ.

Leffens zwei Tage umfassen seine Untersuchung; die 13 Minuten und 28 Sekunden bei Willis beziehen sich auf die finale Schlüsselsuche. Die Zeitangaben beschreiben damit unterschiedliche Phasen der beiden Arbeiten.

Was die beiden Fälle über KI-gestützte Kryptanalyse zeigen

Die menschliche Beteiligung sah in den Fällen unterschiedlich aus: Leffen gab Astra den Suchauftrag, während Willis Claude eine Arbeitsumgebung und historisches Material bereitstellte. Weierud prüfte die eingereichte MVUEH-Lösung. Die berichteten Ergebnisse betreffen zwei einzelne Enigma-Nachrichten, nicht eine erneute Entschlüsselung des gesamten Systems.

Weierud führte in seinem Bericht außerdem sieben ungelöste Enigma-Nachrichten sowie ein weiteres Rätsel mit bekanntem Klartext, aber ungelöstem Code auf.