Google Lighthouse 13.5.0 wurde am 18. September 2026 veröffentlicht und enthält mit ard-schema ein experimentelles Audit für Agentic Resource Discovery (ARD). Am 21. September machte eine technische Analyse auf einen möglichen Kompatibilitätshaken aufmerksam: Die geprüfte Lighthouse-Version sucht noch nach älteren ai-catalog-Bezeichnungen, während der aktuelle ARD-Entwurf /.well-known/ard.json und rel="ard" verwendet.
Lighthouse 13.5 ergänzt ein experimentelles ARD-Audit
ARD soll KI-Systemen helfen, aufrufbare Ressourcen zu entdecken. Dazu zählen etwa MCP-Tools, A2A-Agenten, Skills und weitere Dienste. Lighthouse ordnet die neue Prüfung in die experimentelle Kategorie Agentic Browsing ein; dort steht sie neben Prüfungen für weitere agentische Webfunktionen und llms.txt.
Das konkrete Audit heißt ard-schema. Es kann im Modus navigation und im Modus snapshot ausgeführt werden. Gefunden wird dabei nicht automatisch jede denkbare ARD-Beschreibung, sondern zunächst eine festgelegte Reihe von Signalen.
Welche Wege Lighthouse 13.5 durchsucht
Die Erkennungslogik von Lighthouse 13.5 arbeitet in dieser Reihenfolge:
- Sie sucht in der robots.txt nach einer Agentmap-Direktive.
- Sie prüft im HTML ein link-Element mit der Relation ai-catalog.
- Im Modus navigation untersucht sie außerdem den HTTP-Link-Header auf rel=ai-catalog.
- Fehlt ein solches Signal, fragt sie /.well-known/ai-catalog.json als Fallback ab.
Wird ein Katalog gefunden, prüft ard-schema zunächst, ob er geladen werden kann. Anschließend validiert Lighthouse ihn gegen die eingebundene ARD-Konformitätsimplementierung. Ein Katalog ohne Fehler erhält die Audit-Punktzahl 1; bei Warnungen mit niedriger Priorität weist die Implementierung 0,9 zu. Fehler führen zu 0.
Der Pfadkonflikt mit ARD v0.91
ARD v0.91, datiert auf den 26. August 2026, definiert inzwischen /.well-known/ard.json als aktuellen bekannten Pfad und rel="ard" als aktuelle Link-Relation. Der Entwurf nennt außerdem JSON-LD im Seiteninhalt, Agentmap und DNS-Dienstbindungen als mögliche Erkennungswege.
| Erkennungsmechanismus | Lighthouse 13.5.0 | ARD v0.91 |
| Bekannter Manifest-Pfad | /.well-known/ai-catalog.json | /.well-known/ard.json |
| HTML-Link-Relation | rel="ai-catalog" | rel="ard" |
| robots.txt | Agentmap | Agentmap |
| JSON-LD im Seiteninhalt | Wird von der geprüften Erkennungslogik nicht durchsucht | Als Erkennungsmechanismus definiert |
| DNS | Wird von der geprüften Erkennungslogik nicht durchsucht | Als Erkennungsmechanismus definiert |
Damit passen zwei zentrale Namenspaare nicht zusammen. Ein Dienst, der ausschließlich die aktuellen ARD-Bezeichnungen verwendet, kann in Lighthouse 13.5 deshalb als „Nicht anwendbar“ erscheinen. Das ist eine Schlussfolgerung aus der Erkennungslogik und dem Audit-Code – kein Messwert zur Häufigkeit dieses Falls.
ARD v0.91 ist außerdem ausdrücklich als Vorschlag gekennzeichnet. Der Entwurf erlaubt es Konsumenten, zusätzlich die Vorgängerbezeichnungen ai-catalog und /.well-known/ai-catalog.json zu berücksichtigen, verpflichtet sie dazu aber nicht. Genau daraus entsteht der praktische Stolperstein: Ein System kann die aktuelle ARD-Namensgebung korrekt umsetzen und dennoch von einer älteren Prüfroute nicht erfasst werden.
Was „Nicht anwendbar“ bei diesem Audit bedeutet
Lighthouse setzt das Audit auf „Nicht anwendbar“, wenn weder ein ausdrückliches Erkennungssignal vorliegt noch ein Katalog mit HTTP-Status 200 zurückgegeben wird. In diesem Zustand erhält die Prüfung intern die Punktzahl 1 und wird als nicht anwendbar markiert.
Ein vorhandenes Signal mit einem nicht ladbaren Katalog führt dagegen zu einem Fehlschlag. Die beiden Ergebnisse beschreiben also unterschiedliche Situationen: einmal fehlt Lighthouse 13.5 ein erkannter Einstiegspunkt, einmal verweist ein erkannter Einstiegspunkt auf einen nicht verfügbaren Katalog.
Für ARD ist diese Unterscheidung wichtig. Die Bezeichnung „Nicht anwendbar“ bezieht sich auf die von dieser Lighthouse-Version erkannten Wege – nicht pauschal auf jede mögliche ARD-Erkennung.
ARD, llms.txt und WebMCP erfüllen verschiedene Aufgaben
ARD ist für die Auffindbarkeit aufrufbarer Ressourcen gedacht, darunter MCP-Tools und A2A-Agenten. llms.txt dient dagegen dazu, Inhalte einer Website für KI-Systeme strukturiert zusammenzufassen. WebMCP beschreibt strukturierte Aktionen, die Agenten auf einer Seite verwenden können.
Die Begriffe tauchen in Lighthouse gemeinsam im Umfeld des Agentic Browsing auf, stehen aber nicht für dieselbe Funktion. ARD beantwortet vor allem die Frage, wo ein agentischer Dienst zu finden ist; llms.txt beschreibt Inhalte, während WebMCP Aktionen auf einer Seite zugänglich macht.
Verteilung und Bewertung in Agentic Browsing
Die Release-Notizen sahen vor, Lighthouse 13.5 innerhalb von zwei Wochen nach dem 18. September 2026 in die DevTools von Chrome 156 und in PageSpeed Insights zu bringen. Diese Angabe beschreibt einen geplanten Verteilungsweg.
Agentic Browsing verwendet außerdem keine gewöhnliche gewichtete Lighthouse-Kategorie mit einem Wert von 0 bis 100. Stattdessen zeigt die Kategorie eine Passquote sowie einzelne bestandene und nicht bestandene Prüfungen und informative Zählungen an. Die Bewertung passt damit zum experimentellen Status der agentischen Webstandards und zur technischen Entwicklung von ARD.