XDA zufolge erschien die finale Version von Linux 7.3 am 18. Oktober 2026. Der Kernel enthält dem Bericht nach eine Änderung der Speicherverwaltung, die AMD-GPUs mit wenig Grafikspeicher (VRAM) beim Spielen helfen soll. Valve-Grafikingenieurin Natalie Vock beschreibt den technischen Hintergrund und berichtet Messwerte aus Indiana Jones: The Great Circle.
Wie Speicherdruck die GPU trifft
Wenn ein Spiel mehr GPU-Speicher anfordert, als lokal verfügbar ist, können Ressourcen in den Arbeitsspeicher des Rechners ausgelagert werden. Die GPU greift dann über PCIe darauf zu. Vock zufolge hängt die Leistung davon ab, welche Ressourcen ausgelagert werden und wie das Spiel sie nutzt.
Vock beschreibt für den gemeinsamen Linux-Speicherverwalter TTM einen Deadlock-Pfad: Der in drm_exec verfügbare Wound/Abort/Retry-Mechanismus kam dort nicht zum Einsatz. Bei einer Sperrkollision konnte dadurch die Übermittlung von GPU-Arbeit scheitern, statt nach einem Abbruch erneut zu starten. Außerdem erläutert Vock Speicherverdrängungsregeln, die das wiederholte Verschieben von Daten zwischen konkurrierenden Anwendungen begrenzen und niedrig priorisierte Belegungen zuerst auslagern sollen.
Vocks Messwerte aus Indiana Jones: The Great Circle
Vock stellte in ihren Tests auf einem System mit 8 GiB VRAM den angeforderten Speicherbedarf des Spiels auf zwei Werte ein:
| Angeforderter Speicher | VRAM im System | Überbelegung | Durchschnittliche Framezeit | Weitere Beobachtung |
| 9 GiB | 8 GiB | 1 GiB | 19,6 ms | Vock bewertete das Ergebnis als spielbar. |
| 10 GiB | 8 GiB | 2 GiB | 29,8 ms | Häufige Spitzen über 33,3 ms. |
Eine längere Framezeit bedeutet, dass die GPU länger für ein Bild benötigt; die häufigen Spitzen im höheren Setting stehen für eine ungleichmäßigere Bildausgabe. Die Werte zeigen, wie unterschiedlich die Ergebnisse bei den beiden Speicheranforderungen ausfielen.
VRAM-Kapazität und Umfang der Arbeiten
Die gemeldete Änderung verwaltet den vorhandenen Speicher, erhöht aber nicht die physische VRAM-Kapazität der GPU. AMDGPU stellt die verfügbare Gesamtkapazität unter /sys/class/drm/cardX/device/mem_info_vram_total in Byte bereit. cardX steht für das jeweilige Geräteverzeichnis. Die AMDGPU-Dokumentation des Linux-Kernels beschreibt diesen Sysfs-Eintrag.
Vock schrieb, die in ihrem Beitrag beschriebenen Arbeiten seien bereits in SteamOS Stable und Preview enthalten. Die vollständige Übernahme aller beschriebenen Arbeiten in den Upstream-Kernel werde Zeit brauchen.