Cyberangriffe sind heutzutage etwas relativ Alltägliches, aber diejenigen, die sie organisieren, sind keine einfachen unabhängigen Akteure mehr, die einen wirtschaftlichen Vorteil suchen. Laut einer kürzlich veröffentlichten Ankündigung von Yahoo! sollen Ende 2014 mindestens 500 Millionen Konten durch einen von einer Regierung oder Bundesbehörde gesponserten Angriff kompromittiert worden sein. Die offensichtliche Empfehlung von Yahoo! an seine Nutzer ist, das Passwort zu ändern, aber die Frage ist: Warum hat es so lange gedauert?

Massiver Cyberangriff kompromittiert 500 Millionen Yahoo!-Konten
Yahoo!

Haben Sie ein Yahoo!-Konto? Haben Sie in den letzten zwei Jahren Ihr Passwort oder Ihre Sicherheitsfragen geändert? Wenn Sie auf das Erste mit „Ja“ und auf das Zweite mit „Nein“ geantwortet haben, dann haben Sie Hausaufgaben. Die angeschlagene Online-Plattform, die im Juli 2016 von Verizon übernommen wurde, hat gerade eine Cybersicherheitskrise eingeräumt, die bis Ende 2014 zurückreicht. Es scheint unglaublich, dass sich das Unternehmen bis September 2016 Zeit gelassen hat, den Leak einzugestehen, insbesondere angesichts der Anzahl betroffener Nutzer. Die eigene Mitteilung von Yahoo! spricht von „mindestens 500 Millionen Konten“, aber es gibt ein sehr wichtiges Detail: Der Angreifer soll von einem Staat oder einer Regierungsbehörde gesponsert worden sein.

Massiver Cyberangriff kompromittiert 500 Millionen Yahoo!-Konten
500 Millionen Konten entsprechen einem der größten registrierten Cyberangriffe

Wer hat Yahoo! angegriffen? Ich denke, das werden wir nie erfahren, aber was bestätigt wurde, ist die Art der gestohlenen Informationen: Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, gehashte Passwörter und in einigen Fällen Sicherheitsfragen und -antworten, sowohl verschlüsselt als auch ungeschützt. Die interne Untersuchung (die übrigens noch läuft) ergab keinen Leak von Passwörtern, Bankdaten oder Kreditkartennummern, da diese Daten nicht im angegriffenen System gespeichert sind. Yahoo! hat bereits damit begonnen, die Nutzer zu kontaktieren, die es als am stärksten gefährdet einstuft, damit sie die Sicherheitseinstellungen in ihren Konten ändern, und alle offengelegten Sicherheitsfragen und -antworten wurden bereits für ungültig erklärt.

Persönlich empfehle ich, nicht auf die formelle Kontaktaufnahme durch Yahoo! zu warten. Um das Passwort zu ändern und die Sicherheitsfragen zu bearbeiten, bietet das Unternehmen diesen Link an, aber Sie müssen sich mit Ihren aktuellen Anmeldedaten anmelden, bevor Sie Änderungen vornehmen. Als letzter Punkt hat Yahoo! mitgeteilt, dass die Tumblr-Konten nicht betroffen waren. Ändern Sie das Passwort, verlieren Sie keine Zeit.

Offizielle Ankündigung: