Project OT war Metas Plan, Arbeit stärker um KI-Agenten, automatisierte Abläufe und kleinere menschliche Teams zu organisieren. Die ursprüngliche Planung und die für November vorgesehene zweite Phase sind beendet. Daraus folgt aber nicht, dass Meta seine breitere KI-Strategie aufgegeben hat.

Was Project OT bei Meta verändern sollte

Meta stoppte Project OT – die KI-Reform mit kleineren Teams

Project OT steht für „Organization Transformation“. Das Ziel war ein Unternehmen, in dem KI-fähige Werkzeuge und Agenten miteinander arbeiten, Abläufe automatisiert werden und neue Entwicklungen von Anfang an auf KI ausgerichtet sind.

In den beschriebenen Planungsszenarien sollten manche Teams deutlich kleiner werden. Die häufig genannte Zahl von bis zu 60 Prozent bezog sich auf einzelne Teams – nicht auf 60 Prozent der gesamten Belegschaft von Meta. Für Produktgruppen mit zuvor etwa 10 bis 20 Spezialisten war ein Modell mit drei bis fünf Personen im Gespräch. Diese Menschen hätten KI-Agenten und automatisierte Workflows überwachen und steuern sollen.

Was Meta tatsächlich umsetzte

Am 19. Mai 2026 stoppte Mark Zuckerberg die geplante November-Phase. Am folgenden Tag baute Meta rund 8.000 Stellen ab – etwa zehn Prozent der Belegschaft – und versetzte ungefähr 7.000 Beschäftigte in priorisierte KI-Arbeitsbereiche.

Diese beiden Vorgänge sollte man nicht in einen Topf werfen: Die Entlassungen und Versetzungen im Mai wurden umgesetzt, während die zweite, für November geplante Phase nicht stattfand. Meta erklärte außerdem, dass aus der Übung nicht jedes Szenario weiterverfolgt worden sei.

AspektVorgesehenes Project-OT-ModellBerichtetes Ergebnis oder Grenze
ArbeitsweiseKleine menschliche Gruppen sollten KI-Agenten und automatisierte Abläufe steuern.Die geplante November-Phase wurde nicht umgesetzt.
TeamgrößeManche Produktteams sollten von etwa 10–20 Spezialisten auf drei bis fünf Personen schrumpfen.Die Zahl beschrieb ein Planungsszenario, keine pauschale Kürzung bei Meta.
OrganisationWeniger mittlere Führungsebenen und größere Verantwortungsbereiche für einzelne Führungskräfte.Meta setzte nicht jedes Szenario aus der Übung um.
PersonalmaßnahmenKI sollte einen größeren Teil der täglichen Arbeit übernehmen.Im Mai gab es rund 8.000 Entlassungen und etwa 7.000 Versetzungen in KI-Prioritätsbereiche.

Warum das Vorhaben an Grenzen stieß

Der entscheidende Knackpunkt war nicht die Idee, KI in Arbeitsabläufe einzubauen. Problematisch war die Geschwindigkeit, mit der daraus eine neue Organisationsstruktur werden sollte. KI-Agenten können Aufgaben ausführen; damit ist aber noch nicht automatisch geklärt, wer Ergebnisse prüft, Ausnahmen behandelt und für Fehler geradesteht.

Mark Zuckerberg räumte später ein, dass sich die Entwicklung von KI-Agenten in den Monaten zuvor nicht so schnell beschleunigt habe wie erwartet. Das erklärt, warum ein stark auf autonome Abläufe ausgerichtetes Organisationsmodell an praktische Grenzen stoßen konnte – beweist aber nicht, dass ein einzelner Faktor die Streichung der November-Phase ausgelöst hat.

Auch beim Personalmanagement blieb eine wichtige Grenze bestehen: Meta erklärte, Leistungsbewertungen und Beförderungen würden von Menschen entschieden, nicht von KI.

Überwachung und die menschliche Seite

Zur Umstrukturierung gehörten außerdem Debatten über Arbeitsdruck, Moral und Kontrolle. Meta pausierte ein Programm, das Tastatureingaben und Mausbewegungen von Beschäftigten erfasste, um Daten für das Training von KI zu gewinnen. Der Vorgang verstärkte die Sorge, dass eine KI-Transformation nicht nur Arbeit automatisieren, sondern zugleich die menschliche Arbeit lückenloser messen könnte.

Das ist ein zentraler Unterschied zwischen „KI unterstützt Teams“ und „KI ersetzt große Teile der Organisation“: Im ersten Modell bleibt die Verantwortung sichtbar bei Menschen. Im zweiten muss ein Unternehmen zusätzlich klären, wie viel Kontrolle, Prüfung und Haftung bei den verbleibenden Beschäftigten landet.

Was endete – und was nicht

Beendet ist der ursprüngliche Project-OT-Planungsprozess; auch die geplante November-Phase fand nicht statt. Nicht belegt ist dagegen, dass Meta seine gesamte Ausrichtung auf KI-Agenten und KI-native Arbeitsweisen aufgegeben hat. Zuckerbergs spätere Aussagen zeigen vielmehr, dass die Richtung grundsätzlich weiter unterstützt wurde, während das Tempo hinter den Erwartungen zurückblieb.

Für die Einordnung ist deshalb eine saubere Trennung entscheidend: Project OT war ein konkreter Organisationsplan, keine verbindliche Zusage für eine dauerhafte Unternehmensstruktur. Die im Mai umgesetzten Maßnahmen waren real, die weitergehenden Szenarien blieben teilweise Planung. Und aus dem Ende dieses Prozesses lässt sich nicht automatisch ablesen, wie Meta seine KI-Organisation künftig gestalten wird.

Unterm Strich: Meta stoppte den aggressiven zweiten Schritt von Project OT, nachdem der geplante Umbau bereits Entlassungen und interne Versetzungen begleitet hatte. Die Episode zeigt weniger das Ende von Metas KI-Ambitionen als die Grenze zwischen einer überzeugenden Automatisierungsidee und einer Organisation, die diese Idee zuverlässig im Alltag tragen kann.