Die Gewerkschaft der Micron-Beschäftigten in Taoyuan erhielt nach einer sechstägigen Abstimmung das Mandat, einen möglichen Streik auszurufen. Die Stimmen wurden am Abend des 6. Oktober 2026 ausgezählt. Ein Streiktermin stand am 7. Oktober noch nicht fest.

So fiel das Votum aus

Eine Auszählung ergab 1.994 Stimmen für die Streikermächtigung – 99 Prozent der abgegebenen Stimmen. Eine weitere Angabe beziffert die Zustimmung auf fast 90 Prozent der 2.258 stimmberechtigten Mitglieder. Die Prozentwerte beziehen sich auf unterschiedliche Gruppen: einmal auf die abgegebenen Stimmen, einmal auf alle Stimmberechtigten.

Der Bonusstreit hinter dem Votum

Die Taoyuan-Gewerkschaft fordert eine einmalige Zahlung in Höhe von 83 Monatsgehältern. Außerdem verlangt sie ein dauerhaftes Modell, bei dem vierteljährlich 15 Prozent des operativen Gewinns als Bonus ausgeschüttet werden.

Microns Prämien für das Geschäftsjahr 2026 umfassten für Beschäftigte in Taiwan eine Barprämie von 1 Million Taiwan-Dollar. Die Gewerkschaft verlangt darüber hinaus eine fortlaufende Gewinnbeteiligung. Micron erklärte, die Anliegen der Beschäftigten ernst zu nehmen und den Dialog mit den Gewerkschaften über die bestehenden Gesprächs- und Schlichtungsverfahren fortzusetzen.

Im September endete die Schlichtung mit der Taoyuan-Gewerkschaft ohne Einigung. Gespräche mit der separaten Gewerkschaft in Taichung liefen weiter. Zusammen vertreten die beiden Gewerkschaften mehr als 80 Prozent von rund 15.000 Micron-Beschäftigten in Taiwan.

Warum der Konflikt für Speicherchips wichtig ist

Microns Standorte in Taiwan sind ein wichtiger Produktionsstandort für DRAM und High Bandwidth Memory (HBM), also Hochbandbreitenspeicher, der in KI-Servern eingesetzt wird. Ein Arbeitskampf könnte deshalb Sorgen um die Versorgung mit Speicherchips verstärken.