Das Chaos scheint überwunden zu sein, und die IT-Welt erholt sich langsam – aber es lässt sich nicht leugnen, dass CrowdStrike uns einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat. Sein CEO hat sich im Netz entschuldigt, und andere haben das Wochenende damit verbracht, Verluste zu berechnen. Doch heute haben wir das Wort von Microsoft, das seine eigenen Zahlen mitteilt: Die beste Schätzung aus Redmond besagt, dass 8,5 Millionen Geräte betroffen waren – das entspricht „weniger als 1 Prozent“ aller Windows-Systeme.
Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Wenn wir uns erinnern, hatte AVG im November 2008 ein ähnliches Problem, als sein Antivirus die Datei user32.dll auf Windows-XP-Installationen löschte. Eineinhalb Jahre später machte McAfee denselben Fehler mit der Datei svchost.exe. Ein zusätzliches Detail? George Kurtz, der heutige CEO von CrowdStrike, war damals CTO bei McAfee.
Der Punkt ist, dass sich alles anfühlt wie ein Kartenhaus, mit Jesus als Architekt, und die ganze Welt betet, dass niemand niest. Es wird ein weiteres CrowdStrike in der Zukunft geben, aber die eigentliche Frage ist, ob wir etwas daraus gelernt haben. Wir verarbeiten immer noch Informationen, und der letzte Happen kommt von Microsoft, das mehrere Schrappnell-Treffer abbekommen hat.
CrowdStrike: 8,5 Millionen betroffene Systeme laut Microsoft
Mit einem Beitrag in seinem offiziellen Blog hat der Gigant aus Redmond nicht nur seine Schritte zur Unterstützung der Kunden und zur Eröffnung von Kooperationskanälen beschrieben (das schließt Google, Amazon und natürlich CrowdStrike ein), sondern dem Vorfall auch eine Zahl zugeordnet: 8,5 Millionen Windows-Geräte, nach seinen neuesten Berechnungen. Im großen Windows-Universum sind das weniger als 1 Prozent.
Ja, der Prozentsatz ist klein, aber Microsoft betont, dass „die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen die Nutzung von CrowdStrike durch viele Unternehmen widerspiegeln, die kritische Dienste betreiben“. Außerdem spricht es von „lernen, sich erholen und weitermachen“ und teilt die offiziellen Anweisungen von CrowdStrike zur Behebung des Fehlers und zur Wiederherstellung betroffener Systeme.
Persönlich bin ich jetzt besorgter als zuvor. Wenn es „nur“ 8,5 Millionen Systeme waren, dann fürchte ich mich vor einem Ereignis, das dieser Zahl eine Null hinzufügt. Was kommt als Nächstes? Offensichtlich die rechtliche Phase: Die Verluste belaufen sich auf Milliarden von Dollar, und die Forderungen der Versicherer beginnen sich zu häufen…
Quelle: Offizieller Microsoft-Blog