Das hatten wir vor etwa einem Jahr vorausgesagt: Um seine Position zu verbessern und auf die Forderungen der Nutzer zu reagieren, kündigte Nintendo die Entwicklung von Spielen für Smartphones und Tablets an – eine beachtliche Kursänderung angesichts des traditionellen Profils des Unternehmens. In den letzten Tagen ist nun die erste offizielle App namens Miitomo erschienen, und mit einer Million Nutzern allein in Japan ist der Einzug des japanischen Giganten in den Mobilmarkt ein voller Erfolg.

Miitomo: Die erste Smartphone-App von Nintendo
Miitomo

Die Entscheidung von Nintendo, den Mobilmarkt zu erkunden, ist viel komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheint. Es handelt sich um ein Terrain, das dem Unternehmen völlig unbekannt ist, und obwohl es über mächtige Franchises in seinen Reihen verfügt, muss es sehr vorsichtig vorgehen. Daher überrascht es nicht, dass seine erste offizielle App für mobile Geräte exklusiv im Land der aufgehenden Sonne debütierte. Schließlich spielt Nintendo dort vor heimischem Publikum und versteht die Anforderungen seiner Kunden besser als jeder andere. Die App heißt Miitomo und ist für iOS und Android verfügbar. Der Start in Japan war am 17. März, und alles deutet darauf hin, dass die internationale Öffnung vor Monatsende erfolgen wird.

Im Wesentlichen ist Miitomo eine Messaging-Plattform, so etwas wie ein Hybrid aus Twitter und WhatsApp mit personalisierten Mii-Avataren und einer starken sozialen Komponente. Die Entwicklung des Avatars beginnt mit einem Selfie, und mit verschiedenen zusätzlichen Werkzeugen kann man sowohl sein Aussehen als auch seine Kleidung verändern. Der Rest besteht darin, Fragen oder Kommentare zu stellen, denen unsere Kontakte mit eigenen Äußerungen beitreten. Ein weiteres Element in Miitomo ist Miifoto, mit dem man die Avatare in verschiedenen Posen erfassen, in Fotos einfügen und die Ergebnisse in anderen sozialen Netzwerken teilen kann.

Miitomo ist seit weniger als einer Woche auf dem japanischen Markt und hat dort bereits eine Million Nutzer – wirklich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass es darin weder Mario noch Zelda noch Metroid gibt. Tatsächlich war die Resonanz so gut, dass die Aktien von Nintendo um 8 Prozent stiegen. Der nächste große Schritt besteht darin, einen Weg zu finden, den Inhalt von Miitomo zu monetarisieren, aber wir stellen uns vor, dass sie es ruhig angehen lassen.

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