Stellen Sie sich vor, Sie möchten sich ganz der digitalen Bildkomposition widmen, aber Nuke verlangt fast 5.000 Dollar für eine Lizenz und After Effects zwingt Sie in das Creative-Cloud-Abo. Die Lage ist für Einsteiger nicht einfach, doch die Open-Source-Welt hat immer etwas zu bieten – in diesem Fall Natron, eine Software, die auf node-basierte Komposition spezialisiert ist. Sie unterstützt alternative Betriebssysteme gut und lässt sich sogar portabel, also ohne Installation, nutzen.
Alle Pfeile zeigen auf Adobe, das ist unbestreitbar. Fotobearbeitung? Photoshop. Vektorgrafiken? Illustrator. Videobearbeitung? Premiere Pro. Aber wenn es eine Sache gibt, die man mit Sicherheit sagen kann, dann, dass Nutzer gerne Widerstand leisten. Es gibt genügend Gründe (angefangen bei einer drakonischen Umsetzung des Modells „Software as a Service“), um Abstand zu Adobe zu halten, und die Open-Source-Welt empfängt uns mit offenen Armen. Man muss nur sehen, was GIMP und Blender erreicht haben, um das Potenzial dieser „Rebellion“ zu erkennen.
Was ist mit der digitalen Bildkomposition? Nun, Adobe hat After Effects, das 290 Euro pro Jahr kostet. Eine sehr angesehene Alternative ist Nuke, dessen Lizenz mit 5.000 Dollar zu Buche schlägt. Der Konflikt liegt auf der Hand. Wie kann ein Enthusiast seine ersten Schritte machen, wenn die wichtigsten Marktführer „professionelle Preise“ verlangen? Wieder einmal könnte die Hinwendung zu Open Source die Antwort sein – und dort finden wir Natron.
Der aktuelle Stand von Natron
Nun, ich sage „könnte“, weil die Situation von Natron nicht gerade perfekt ist. Das letzte Update stammt von Juli 2018, gefolgt von einer Flut von Release Candidates, die nie eine stabile Phase zu erreichen scheinen. Die Probleme sind offensichtlich: Es fehlen Entwickler und es fehlt an Finanzierung. Etwas in der Größenordnung von Natron zu erschaffen, ist kein billiger Prozess, und all diese Schwierigkeiten spiegeln sich in verspäteten Updates und fehlenden Funktionen wider. Das heißt aber nicht, dass Natron unbrauchbar wäre. Die Anzahl der verfügbaren Tutorials ist sehr groß, und einige der auf YouTube veröffentlichten Demos sehen fantastisch aus:
Zusammenfassend ist Natron eine Alternative für digitales Compositing und gleichzeitig eine Verpflichtung. Wenn Sie eine sofortige Lösung auf Niveau von Nuke oder After Effects erwarten, werden Sie enttäuscht sein, aber mit Geduld, Hingabe und ein wenig Glück sollten Sie das Programm gut beherrschen können. Natron bietet Builds für Windows, MacOS, Linux und FreeBSD sowie Plugins und Skripte, um die Funktionalität zu erweitern. Laden Sie das Programm zusammen mit einer der Beispieldateien herunter und legen Sie los.
Offizielle Website und Download: Hier klicken