Künstliche Intelligenzen und Kunst. Die Verbindung wird immer enger, dank Filme, danteske Akte und sehr gut gelungene Porträts… aber was ist mit der Musik? Die Digitalagentur Space150 hat beschlossen, die Antwort selbst zu suchen, und das Ergebnis ist „Jack Park Canny Dope Man“ von TravisBott, einem Agenten, der mit Liedern und Texten des Künstlers Travis Scott trainiert wurde. Abgesehen von seiner Obsession mit Essen fragen sich einige bereits, wie viel Zeit vergehen muss, bis sich die Musikwelt der neuen Generation künstlicher Interpreten hingibt…
Die Idee des „digitalen oder virtuellen Künstlers“ ist nicht wirklich neu. Wer „Macross Plus“ gesehen hat, erinnert sich sicher an Sharon Apple, und heute könnte man sagen, dass Hatsune Miku in eine ähnliche Kategorie gehört. Gleichzeitig haben wir virtuelle Models, die die sozialen Netzwerke im Sturm erobert haben, mit Millionen von Followern, die jeden Schritt verfolgen. All diese Beispiele haben jedoch noch ein menschliches Element im Hintergrund. Die Frage ist: Was passiert, wenn wir es entfernen?
Hier kommen die Fortschritte in der künstlichen Intelligenz ins Spiel. Einige Netzwerke erzeugen menschliche Gesichter aus dem Nichts. Deepfakes werden immer komplexer und detaillierter. Sie haben sogar Gemälde geschaffen, die von der professionellen Kritik ausgezeichnet wurden. Was steht als Nächstes auf der Liste? Diese Frage führt uns zu den Türen der Digitalagentur Space150, die eine künstliche Intelligenz geschaffen hat, die mit der Musik von Travis Scott trainiert wurde, einem der beliebtesten Rapper des Augenblicks (und den ich googeln musste, weil ich alt bin und nichts über „heiße“ Künstler weiß). Der Name des Agenten ist TravisBott, und hier ist sein erster Song, „Jack Park Canny Dope Man“:
https://vimeo.com/384062745Warum also Travis Scott? Der Kreativdirektor von Space150, Ned Lampert, erklärt, dass es sich um „einen einzigartigen Künstler mit einem einzigartigen Sound“ und eine gewisse „Ästhetik, sowohl visuell als auch akustisch“ handelt, zwei perfekt generische Ausdrücke, wenn man so will. Der technische Aspekt ist jedoch etwas interessanter, da TravisBott zwei Wochen lang mit Scotts Liedern und Texten trainiert wurde.
Anfangs erzeugte der Generator nur Lieder über Essen oder die Aktion des Essens, und obwohl die endgültige Version diese Tendenz nicht vollständig beseitigt, klingt es, wenn wir das gebrochene Englisch und die seltsamen Kombinationen ignorieren... gar nicht so schrecklich. Die Leute von Vulture fragen sich, wie viele Jahre vergehen werden, bis wir bei den Grammys eine Kategorie „Bester KI-Künstler“ sehen. Wir haben jetzt denselben Zweifel.
Quelle: Vulture