Die niederländische Steuer- und Zollverwaltung plant, ihre Microsoft-365-Cloudmigration in Etappen neu auszurichten: E-Mail und Kalender sollen 2027 On-Premises, also auf eigener Infrastruktur, laufen. Europäische Open-Source-Lösungen für persönlichen Speicher und Zusammenarbeit sollen später 2027 und 2028 folgen. Ein Schreiben von Finanzstaatssekretär Eelco Eerenberg an die niederländische Abgeordnetenkammer ist auf den 5. Oktober 2026 datiert.
Der bisherige Rollout
Die Behörde hatte Microsoft 365 2025 ausgewählt; der damalige Rollout sollte bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Beim bisherigen Rollout waren rund 5.000 der insgesamt 47.500 Beschäftigten in Steuer-, Zoll- und Sozialleistungsdiensten erreicht.
Sicherheits- und Souveränitätsbedenken
Der Dutch Advisory Council on ICT Assessment kritisierte das ausgewählte Public-Cloud-Design mit Blick auf Informationssicherheit, Informationsverarbeitung und Zukunftsfähigkeit. Bei der für die Behörde gewählten Microsoft-365-Konfiguration war die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Teams-Einzelgesprächen nicht standardmäßig aktiviert und für Gruppengespräche nicht verfügbar. Das Gremium bemängelte außerdem die Nutzung der Standardverschlüsselung statt Double Key Encryption.
Zu den weiteren angeführten Bedenken zählen die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, die Kontrolle über sensible Informationen und die künftige Flexibilität.
Kapazität und Funktionslücken
Mehr Rechenzentrumskapazität soll den On-Premises-Betrieb ermöglichen. Die Verwaltung will vorhandene Lizenzen nach Möglichkeit weiterverwenden, um zusätzliche Investitionen zu begrenzen.
Einige geplante Microsoft-365-Funktionen stehen im On-Premises-Betrieb nicht zur Verfügung. Ersatzlösungen und die Folgen für die Aktenverwaltung werden noch geprüft.