Starlink forderte Satellitenbetreiber am 6. Oktober 2026 dazu auf, Ephemeridendaten proaktiv zu teilen und die Sicherheitsstandards von SpaceX und Starlink zu übernehmen. Ein Bericht vom selben Tag schrieb SpaceX-Vizepräsident Michael Nicolls einen geplanten Starmind-Cluster mit etwa zehn Satelliten und rund zehn Terabit Bandbreite zwischen ihnen zu. SpaceX’ Antrag bei der US-Kommunikationsaufsicht FCC betrifft ein vorgeschlagenes System mit bis zu einer Million Satelliten.

Ephemeridendaten beschreiben die berechnete Position und Bewegung eines Satelliten. Andere Betreiber können solche Angaben nutzen, um die Bahnen von Raumfahrzeugen miteinander abzugleichen. Starlink bat Betreiber in seinem Aufruf vom 6. Oktober, diese Daten frühzeitig zu teilen und die Sicherheitsstandards von SpaceX und Starlink zu übernehmen.

Der berichtete Clusterplan für Starmind

Michael Nicolls soll beschrieben haben, dass Starmind-Satelliten in enger Formation zu Clustern von ungefähr zehn Einheiten zusammenarbeiten würden. Zwischen den Satelliten eines Clusters seien etwa zehn Terabit Bandbreite vorgesehen. Der Zweck der Formation sei, genügend gebündelte Rechenleistung für den effizienten Betrieb von KI-Modellen bereitzustellen.

Was SpaceX bei der FCC beantragt hat

Space Exploration Holdings, LLC beantragte am 30. Januar 2026 die Genehmigung für ein nicht geostationäres Satellitensystem mit bis zu einer Million Satelliten. Das FCC-Space-Bureau nahm den Antrag am 4. Februar 2026 zur Bearbeitung an und bat um öffentliche Stellungnahmen. Dieser Verfahrensschritt war keine Genehmigung für Start und Betrieb.

Der Antrag sieht Bahnhöhen von 500 bis 2.000 Kilometern sowie Neigungen von 30 Grad und sonnensynchrone Umlaufbahnen vor. Die einzelnen Bahnebenen sollen sich über jeweils bis zu 50 Kilometer erstrecken. Als Hauptverbindungen zwischen Satelliten sind optische Links vorgesehen, auch zu den Starlink-Systemen der ersten und zweiten Generation. Zusätzlich beantragte Space Exploration Holdings Frequenznutzungen zwischen 18,3 und 19,3 GHz für Übertragungen vom Satelliten zur Erde sowie zwischen 28,6 und 29,1 GHz für Übertragungen von der Erde zum Satelliten.

Starlinks Plattform bietet kostenloses Teilen von Ephemeridendaten und eine Konjunktionsprüfung. Dabei wird berechnet, ob sich die Bahnen von Satelliten oder anderen Objekten gefährlich nahekommen könnten. Ergebnisse der Prüfung sollen innerhalb einer Minute vorliegen.

Für Stargaze, Starlinks optisches Sensornetz, nennt das Unternehmen 30.000 Sensoren. Laut Starlink verfolgt das Netz 50 Prozent der Objekte mit einem Perigäum – dem erdnächsten Punkt ihrer Umlaufbahn – unterhalb von 600 Kilometern.

Die SpaceX zugeschriebenen Kollisionsrisiken

Einem Bericht vom 6. Oktober zufolge bezifferte SpaceX die Zahl der manövrierenden Satelliten anderer Betreiber, die 2026 ein Kollisionsrisiko für Starlink darstellten, auf etwa 650. Bei ungefähr der Hälfte seien Bahndaten geteilt worden. Für einen Zeitraum von sechs Monaten nannte der Bericht außerdem rund 164.000 zusätzliche Risiken bei engen Annäherungen innerhalb von vier Stunden vor einem nicht angekündigten Manöver.