Im Oktober 2026 erklärte Nuclearelectrica, dass weiterhin mehr als 80 Prozent der Bedingungen für die endgültige Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) des geplanten SMR-Projekts in Doicești unerfüllt seien. Das Unternehmen sagte, das Vorhaben könne nicht wie ursprünglich geplant weitergehen, und schlug eine Neubewertung der rumänischen SMR-Strategie vor. Sie soll NuScale als mögliche Option offenhalten. Das Oktober-Memorandum von Nuclearelectrica nennt drei vorrangige Bedingungen.
Die Aktionäre hatten die FID am 12. Februar 2026 unter zusätzlichen Machbarkeitsbedingungen gebilligt. Damals beschrieb Nuclearelectrica einen Plan mit sechs Modulen und insgesamt 462 MW, die 600 MW Leistung am ehemaligen Wärmekraftwerk in Doicești ersetzen sollten. Als nächste Entwicklungsstufe nannte das Unternehmen eine auf 15 Monate veranschlagte Pre-EPC-Phase. Die Mitteilung vom 12. Februar 2026 bezeichnete diese Phase als geplant.
Drei vorrangige Bedingungen
Nuclearelectrica nennt einen verbindlichen Rahmenvertrag mit NuScale zur fairen Risikoteilung und zu strategischen Vorteilen. Außerdem seien verbindliche Vereinbarungen zur Beschaffung der sechs Module und zur Kostenerstattung erforderlich. Bei diesen beiden kommerziellen Punkten hänge ein Abschluss nach Darstellung des Unternehmens auch von NuScales Mitwirkung an den Verhandlungen ab.
Die dritte Priorität betrifft Erdgasfragen am oder nahe dem Standort sowie die Einstufung und Stilllegung einer Bohrung beim benachbarten Gelände von Soceram. Nuclearelectrica zufolge blieb auch diese Standortbedingung unerfüllt; eine unabhängige Bewertung sollte die Eignung des Standorts klären.
Zwei Modelle für die sechs Module
Das Memorandum beschreibt zwei mögliche Beschaffungsmodelle. Für keines der beiden sei eine verbindliche Vereinbarung zustande gekommen.
| Modell | Beschaffung und Kostenregelung |
| Erstes Modul durch RoPower Nuclear | RoPower Nuclear würde das erste Modul beschaffen; NuScale wäre für die übrigen fünf verantwortlich. RoPower Nuclear würde diese erst bezahlen, wenn das erste Modul vollständig betriebsbereit ist. |
| Alle Module durch RoPower Nuclear | RoPower Nuclear würde alle sechs Module beschaffen. Falls das erste nicht wie vorgesehen funktioniert, müsste NuScale die Kosten für fünf Module erstatten. |
Die Modelle knüpfen die Kosten für die weiteren fünf Module an den Betrieb des ersten, aber auf unterschiedliche Weise: einmal über einen Zahlungsaufschub, einmal über eine mögliche Rückerstattung.
Was Nuclearelectrica vorschlägt
Das Unternehmen schlug eine Überprüfung der Strategie vor, die bis zu sechs Monate dauern und fortgeschrittene US-SMR-Technologien, die Eigenschaften des Standorts und andere Erzeugungsoptionen berücksichtigen soll. NuScale soll dabei als mögliches Szenario im Rennen bleiben. Für NuScale plante Nuclearelectrica außerdem eine Mitteilung mit einer Frist von höchstens 30 Tagen zur Erfüllung der vorrangigen Bedingungen.
Für RoPower Nuclear beantragte das Memorandum die Zustimmung zu einer sechsmonatigen Anpassungsphase. Dazu gehörte der Vorschlag, das dem Projekt zugeordnete Personal um mindestens 60 Prozent zu reduzieren. Für die unabhängige Standortbewertung erwartete Nuclearelectrica vorläufige Ergebnisse ab März 2027 und den Abschlussbericht im Oktober 2027.