Am 6. November 2026 zeigte NVIDIA in Seoul laut ChosunBiz KI-gestützte Videobearbeitung, E-Mail- und Kalenderorganisation sowie den Entwurf von Roboterbewegungen. Die Videoschnitt-Demo lief lokal, nachdem ein passendes Modell heruntergeladen und der KI-Agent mit der Schnittsoftware verbunden worden war.
Für lokale KI genügt der Prompt nicht: Modell und Zielprogramm müssen vorher eingerichtet sein.
Was NVIDIA in Seoul vorführte
Bei einer Anfrage in natürlicher Sprache suchte ein System in einem dreistündigen Video nach Szenen, in denen ein bestimmtes Wort vorkam. Die Auswahl dauerte laut ChosunBiz ungefähr eine Minute; anschließend wurde daraus ein dreiminütiger Zusammenschnitt erstellt.
In einer weiteren Vorführung steuerte Hermes die Anwendung DaVinci Resolve Studio. Der Agent passte Seitenverhältnisse für YouTube und soziale Medien an und speicherte fünf Videodateien. Zu den lokal verwendeten Sprachmodellen gehörten Modelle von Mistral. ChosunBiz berichtete außerdem über die Organisation von E-Mails und Terminen sowie über den Entwurf und die Simulation von Roboterbewegungen. Der Roboter war dabei virtuell und wurde in einer fußballfeldähnlichen Simulation gestaltet und geprüft.
Die Veranstaltung war nicht der erste Meilenstein der Plattform: NVIDIA stellte RTX Spark am 31. Mai vor und nannte damals Herbst 2026 als geplanten Zeitraum für Laptops und kompakte Desktop-PCs. Am 16. Oktober meldete das Unternehmen, dass RTX-Spark-Laptops weltweit verfügbar seien. Die späteren Demonstrationen in Seoul fanden am 6. November statt. NVIDIAs Ankündigung zur Verfügbarkeit beschreibt die Windows-Plattform für lokale KI, kreative Arbeit und Gaming. In unserem früheren Bericht zu Lenovos Yoga-9n-Laptops mit RTX Spark ging es um die Geräteankündigung; die Seoul-Vorführung rückte nun die Einrichtung und Nutzung der lokalen Arbeitsabläufe in den Mittelpunkt.
Welche Vorbereitung die lokale Bearbeitung erforderte
Für den vorgeführten Ablauf mussten Nutzer zuerst ein geeignetes Modell auswählen und herunterladen. Danach wurde der Agent mit der passenden Anwendung verbunden. Erst dann konnte die Videobearbeitung laut dem von ChosunBiz geschilderten NVIDIA-Auftritt ohne Internetverbindung laufen.
Das ist ein wichtiger Teil des Arbeitsablaufs: Die lokale Ausführung spart bei einer passenden Aufgabe externe KI-Aufrufe, setzt aber voraus, dass Modell, Agent und Zielprogramm zueinander passen und eingerichtet sind. Die Demonstration zeigt einen vorbereiteten Videoschnitt-Workflow, nicht automatisch dieselbe Einrichtung für jede Anwendung.
Die Plattform hinter den Demos
NVIDIA beschreibt RTX Spark als Windows-Plattform mit einer Grace-CPU und einer Blackwell-RTX-GPU. Das Unternehmen nennt eine 20-Kern-CPU, eine GPU mit 6.144 CUDA-Kernen, Tensor Cores der fünften Generation mit FP4-Unterstützung sowie bis zu 128 GB gemeinsam genutzten Speicher. CPU und GPU greifen dabei auf denselben Speicherpool zu; NVLink-C2C verbindet die beiden Recheneinheiten. NVIDIA beziffert die KI-Rechenleistung mit bis zu einem Petaflop. Die Plattformankündigung von NVIDIA nennt auch MediaTek als Partner beim Entwurf der maßgeschneiderten Arm-CPU.
Diese Zahlen beschreiben die Plattform und ihre Maximalwerte, nicht automatisch jedes einzelne Notebook. Welche Ausbaustufe in einem konkreten Gerät steckt, hängt vom jeweiligen Modell ab.
ASUS ProArt P16 und P14 im Vergleich
ASUS führt die RTX-Spark-Varianten ProArt P16 H7607 und ProArt P14 H7407 mit unterschiedlichen Displaygrößen und Gerätemaßen. Die folgenden Modellangaben stammen von ASUS. Am 16. Oktober teilte ASUS Computer GmbH außerdem mit, dass beide Modelle in Deutschland erhältlich seien, und nannte die jeweiligen unverbindlichen Preisempfehlungen in einer Mitteilung für Deutschland und Österreich.
| Modell | Display | Dicke | Gewicht | Akkukapazität | SSD-Speicher | Deutsche UVP laut ASUS-Mitteilung vom 16.10.2026 |
| ASUS ProArt P16 H7607 | 16 Zoll, 16:10, OLED-Touchscreen, bis zu 4K | 12,9 mm | 1,77 kg | 99,9 Wh | bis zu 2 TB | ab 2.999 € |
| ASUS ProArt P14 H7407 | 14 Zoll, 16:10, OLED-Touchscreen, bis zu 3K | 13,9 mm | 1,48 kg | 90 Wh | bis zu 1 TB | 3.299 € |
Beide Modelle sind mit bis zu 128 GB Unified Memory, einem OLED-Touchscreen mit bis zu 120 Hz und Windows 11 Pro angegeben. Das P14 ist leichter; das P16 bietet das größere Display und mehr maximalen SSD-Speicher. Die Akkukapazität in Wattstunden sagt für sich genommen nichts über die Laufzeit aus.
Was ein unabhängiger Praxistest ergänzt
Linus Tech Tips testete das Microsoft Surface Laptop Ultra und das ASUS ProArt P16 in Spielen, Produktivitäts- und Kreativanwendungen sowie KI-Aufgaben. Der Testbericht beschreibt gemischte Ergebnisse bei Gaming und Produktivität, während die Prompt-Verarbeitung in bestimmten KI-Aufgaben stark ausfiel. Für die getesteten Modelle nennt die Auswertung je nach Gerät etwa neun bis zwölf Stunden Akkulaufzeit. Linus Sebastian kam insgesamt zu dem Urteil, dass sich die Geräte nur schwer empfehlen ließen.
Für welche Arbeitslast lokale Ausführung infrage kommt
Der praktische Nutzen hängt davon ab, wie oft und wie lange eine Aufgabe läuft. NVIDIA-Manager Jeff Yen sagte laut ChosunBiz, eine mögliche Amortisation hänge von der jeweiligen Arbeit ab. Ein von ChosunBiz zitierter Senior Manager namens Kim hielt Cloud-Dienste für gelegentliche, leichte Aufgaben wie E-Mail-Verwaltung für passend; wiederkehrende oder lange Videoarbeiten könnten eher von lokaler Ausführung profitieren. Lokale Verarbeitung vermeidet für entsprechende Abläufe nutzungsabhängige Cloud-Aufrufe, während Anschaffung und Stromverbrauch weiterhin Kosten verursachen.