Am 27. Oktober 2026 kündigten NVIDIA und Oracle die allgemeine Verfügbarkeit von Vera-CPU-Instanzen und Vera Rubin NVL72 auf Oracle Cloud Infrastructure (OCI) Superclusters an. Vera ist dabei als eigenständige CPU-Instanz vorgesehen, getrennt von GPU-Systemen. Den Ausbau der Superclusters auf mehrere Gigawatt beschreiben die Unternehmen als Plan.
Vera ist als eigenständige CPU-Instanz gedacht
Oracle Cloud beschreibt Vera als Arm-Prozessor mit 88 Kernen für Aufgaben wie die Orchestrierung von KI-Agenten, Sandboxing, Datenabruf und die Steuerung von GPU-Flotten. Sandboxing bezeichnet hier abgeschirmte Umgebungen, in denen Code ausgeführt werden kann. NVIDIA zufolge erreicht die Speicherbandbreite von Vera 1,2 TB/s.
Für die Verwaltung der Ressourcen soll die OCI Kubernetes Engine CPU- und GPU-Kapazitäten unabhängig voneinander skalieren können. Oracle beschreibt Oracle Acceleron als hardwarebasierte Isolation für Workloads mit nicht vertrauenswürdigem, KI-generiertem Code. Zum Netzwerkaufbau der Superclusters gehören laut Ankündigungsbeschreibung NVIDIA Spectrum-X Ethernet, Spectrum-6-Switches, BlueField-4-DPUs und Oracle Acceleron.
Die Benchmarks stammen von einem lokalen Vera-Server
Tom’s Hardware führte seine Tests auf einem lokalen Server mit Vera-Prozessoren durch, nicht auf OCI. Die Messwerte beschreiben daher lokale Testläufe und keine Leistungsmessung einer OCI-Instanz.
Beim Speicherbenchmark Stream Triad hängt das Ergebnis auch vom Testmodus ab. Die Tabelle gibt die beschrifteten Werte für jeweils zwei Vera- oder Intel Xeon 6980P-Prozessoren wieder.
| Stream Triad, Bandbreite | CPU-Konfiguration | Ergebnis |
| Zwei Vera, OpenMP Spread | 2 × Vera | 2.343 GB/s |
| Vera | 2 × Vera | 1.646 GB/s |
| Xeon 6980P | 2 × Intel Xeon 6980P | 1.182 GB/s |
| Xeon 6980P, OpenMP Spread | 2 × Intel Xeon 6980P | 949 GB/s |
OpenMP Spread bezeichnet einen der in den Diagrammen ausgewiesenen Testmodi. Die Werte unterscheiden sich je nach Konfiguration, weshalb die Ergebnisse nicht ohne Angabe des Modus auf einen einzigen Vergleichswert reduziert werden sollten.
PyBench erfasst die durchschnittliche Laufzeit; hier bedeutet ein niedrigerer Wert eine kürzere Testdauer. Tom’s Hardware weist für beide aufgeführten Xeon-Konfigurationen 585 ms aus.
| PyBench, durchschnittliche Laufzeit | CPU-Konfiguration | Ergebnis |
| Vera | 2 × Vera | 499 ms |
| EPYC 9755 | 2 × AMD EPYC 9755 | 520 ms |
| EPYC 9965 | 2 × AMD EPYC 9965 | 571 ms |
| Xeon 6980P | 2 × Intel Xeon 6980P | 585 ms |
| Xeon 6980P, OpenMP Spread | 2 × Intel Xeon 6980P | 585 ms |
Der SQLite-Test lief mit 128 Threads beziehungsweise Kopien. Auch hier steht eine kürzere Laufzeit für einen niedrigeren Messwert.
| SQLite bei 128 Threads/Kopien | CPU-Konfiguration | Laufzeit |
| Vera | 2 × Vera | 5,4 s |
| EPYC 9965 | 2 × AMD EPYC 9965 | 5,9 s |
| EPYC 9755 | 2 × AMD EPYC 9755 | 7,8 s |
| Xeon 6980P | 1 × Intel Xeon 6980P | 12,4 s |
| Xeon 6980P | 2 × Intel Xeon 6980P | 20,6 s |
OpenAI plant den Einsatz, HGX Rubin NVL8 bleibt ein weiterer Ausbauplan
OpenAI-Compute-CTO Uday Ruddarraju erklärte, OpenAI bringe Vera auf OCI für agentische Sandbox-Workloads in den Produktivbetrieb. Die Aussage beschreibt den geplanten Einsatz des Unternehmens.
Daneben ist HGX Rubin NVL8 als separate GPU-Konfiguration vorgesehen. Der geplante Aufbau umfasst acht Rubin-GPUs, zwei Intel Xeon 6 mit je 64 Kernen, 4 TB DDR5-Speicher und RDMA-Netzwerk mit 6,4 Tbit/s. Diese Konfiguration ist vom eigenständigen Vera-CPU-Angebot getrennt.