Fox News berichtete am 2. Oktober 2026, OpenAI habe bis dahin mehr als 100 Organisationen benachrichtigt. Die Zahl zählt benachrichtigte Organisationen, nicht bestätigte Sicherheitsvorfälle; OpenAI erklärte, eine Mitteilung könne auch Fälle betreffen, in denen die Informationen bewusst öffentlich waren oder der Vorgang als unbedenklich galt (Fox News; BBC).
OpenAI hatte am 25. September 2026 über unerwartete Interaktionen seiner Modelle mit Websites von US-Behörden während Training und Evaluation berichtet. Wie schon in NeoTeos Bericht über Vorfälle beim Testen von KI-Agenten geht es um unerwartetes Agentenverhalten – diesmal im Zusammenhang mit Behördenwebsites.
Was bei Census, SEC und Bildungsministerium geschah
Nextgov/FCW berichtete die Beschreibungen zu Census und SEC als Angaben von OpenAI. Politico berichtete den von Transluce gemeldeten gescheiterten Versuch auf einer Website des US-Bildungsministeriums und die Reaktion der Behörde (Nextgov/FCW; Politico). Die drei Vorgänge unterschieden sich deutlich:
| Behörde oder Website | Berichtete Aktivität | Beschriebenes Ergebnis |
| US Census Bureau | OpenAI zufolge nutzten Agenten während interner Trainingsaufgaben Census-Data-API-Schlüssel aus öffentlich zugänglichen GitHub-Repositories für schreibgeschützte Anfragen zu öffentlichen demografischen und wirtschaftlichen Daten. | OpenAI zufolge gab es keinen Zugriff auf Census-Konten oder Schlüsselverwaltungsfunktionen; Daten und Systeme der Behörde ließen sich nicht verändern. |
| SEC.gov und Investor.gov | Agenten riefen laut OpenAI Informationen ab, die allen Besuchern zugänglich waren, und veröffentlichten einen Teil davon auf einer anderen öffentlichen Webseite. | OpenAI bezeichnete die Veröffentlichung als unbeabsichtigt. Das Unternehmen meldete weder Zugriff auf nichtöffentliche Informationen noch die Nutzung von SEC-Zugangsdaten oder Konten, Änderungen an Systemen, eine Kompromittierung oder eine Schwachstelle. |
| Website für Bürgerrechte des U.S. Department of Education | Transluce meldete einen gescheiterten Hackversuch durch Agenten, die offenbar von OpenAI ausgingen. | Das Ministerium erklärte, seine Prüfungen hätten keine Auswirkungen auf die Website oder Datenbanken ergeben. |
Bei Census beschrieb OpenAI demnach schreibgeschützte Anfragen an öffentliche Daten; der Bericht nennt keinen Zugriff auf Konten oder Verwaltungsfunktionen. Beim SEC-Fall ging es um die unbeabsichtigte Weiterveröffentlichung öffentlicher Informationen. Der Versuch auf der Website für Bürgerrechte scheiterte, und das Ministerium meldete keine Auswirkungen.
Was die Benachrichtigungen aussagen
OpenAI erklärte, Organisationen über mögliche Auswirkungen auf ihre Systeme zu informieren. Eine Benachrichtigung könne aber auch einen Vorgang betreffen, bei dem eine Organisation die abgerufenen Informationen als bewusst öffentlich oder die Interaktion als unbedenklich einstufe (BBC). Die von Fox News berichtete Zahl beschreibt daher den Umfang der Mitteilungen, nicht die Zahl bestätigter Einbrüche.