Die New York Post berichtete am 23. Oktober 2026, ein nicht namentlich genannter Wall-Street-Dealjurist habe Anthropic und OpenAI geraten, mögliche Börsengänge noch vor Jahresende zu beschleunigen. Ein OpenAI-Sprecher erklärte, das Unternehmen habe keinen IPO-Zeitplan und werde 2026 nicht an die Börse gehen.

Was über den IPO-Druck berichtet wurde

Ein Börsengang, auch IPO genannt, bringt Unternehmensanteile an eine öffentliche Börse. Den Rat zur Beschleunigung schrieb die New York Post einem einzelnen, nicht namentlich genannten großen Dealjuristen zu. Als Hintergrund schilderte der Bericht dessen Sorge vor politischer Unruhe nach der Wahl im November. Dazu zählten mögliche Anhörungen und Debatten über KI-bedingte Arbeitsplatzverluste, Deepfakes sowie den Strom- und Wasserbedarf von Rechenzentren. Das waren Befürchtungen, keine feststehenden politischen Maßnahmen.

OpenAI schließt einen Börsengang 2026 aus

OpenAI sagte, es habe keinen Zeitplan für einen Börsengang und werde 2026 nicht an die Börse gehen. Damit steht die Erklärung des Unternehmens neben dem von außen erteilten Rat, mögliche IPOs zu beschleunigen. Sie bezieht sich auf OpenAI, nicht auf Anthropic.

Anthropic hatte einen vertraulichen S-1-Entwurf eingereicht

Anthropic teilte am 1. Juni 2026 mit, einen Entwurf der Registrierungserklärung Form S-1 vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht zu haben. Eine S-1-Erklärung ist ein wichtiger Schritt zur Vorbereitung eines Börsengangs. Anthropic erklärte, ein mögliches Angebot hänge von den Marktbedingungen und weiteren Faktoren ab.

Die frühere NeoTeo-Berichterstattung zu Anthropics vertraulichem S-1 behandelte diesen Vorbereitungsschritt. Für den öffentlichen Status lieferte eine SEC-EDGAR-Suche am 24. Oktober 2026 bei einer Suche nach einem S-1 von Anthropic keine passenden Unternehmen.

IFR berichtete über einen Plan, den öffentlichen S-1 am 26. Oktober einzureichen, eine Roadshow in der Woche ab dem 9. November abzuhalten und einen Börsengang für Mitte November anzustreben. Das waren Zukunftspläne, über die IFR berichtete. Anthropic hatte am 1. Juni außerdem erklärt, dass Aktienzahl und Preis noch nicht feststanden. In seiner Mitteilung machte das Unternehmen das Angebot von Marktbedingungen und weiteren Faktoren abhängig.

Mark Levine forderte laut IFR eine Pause

IFR berichtete separat, New York City Comptroller Mark Levine habe Anthropic-Chef Dario Amodei gebeten, den Börsengang zu pausieren, bis das Unternehmen Bedenken zu KI-Sicherheit, Governance und Entwicklungstempo angegangen sei. Damit standen dem berichteten Beschleunigungsrat unterschiedliche Positionen gegenüber: OpenAI schloss einen Börsengang 2026 aus, während Levine laut IFR eine Pause bei Anthropic verlangte.