OpenAI könnte 2027 für einen Börsengang (IPO, Initial Public Offering) bereit sein. Das sagte Mitgründer und Präsident Greg Brockman am 4. November auf einer Technologiekonferenz des Wall Street Journal. Den Zeitpunkt wolle OpenAI selbst wählen, berichtete TechCrunch.

Die 70 Prozent beziehen sich auf das Wachstum einer annualisierten Umsatzrate im Quartalsvergleich.

Brockman begründet seine Zuversicht mit dem Unternehmenskundengeschäft

Brockman sagte, OpenAI habe im ersten und zweiten Quartal 2026 eine schwierige Phase durchlaufen. Im dritten Quartal sei der auf ein Jahr hochgerechnete Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 70 Prozent gestiegen. Er führte das Wachstum auf eine Verdoppelung des Unternehmenskundengeschäfts zurück.

Eine annualisierte Umsatzrate rechnet eine aktuelle Umsatzentwicklung auf ein Jahr hoch. Die von Brockman genannte Veränderung bezieht sich auf diese Rate, nicht auf den gesamten Quartalsumsatz. Zugleich hätten Unternehmenskunden inzwischen die Mehrheit von OpenAIs Umsatz ausgemacht; zuvor seien es rund 30 Prozent gewesen. Auch der Umsatz im Verbrauchergeschäft wachse weiter. Diese Angaben berichtete TechCrunch ebenfalls von Brockmans Auftritt.

Als Beispiel für die Art von Unternehmenskunden, die OpenAI gewinne, verwies Brockman auf die jüngste Partnerschaft mit JPMorgan Chase. Bei agentischem Programmieren habe OpenAI in der ersten Jahreshälfte 2026 noch kaum eine Rolle in der Debatte gespielt, während Anthropics Claude Code Marktanteile gewonnen habe. OpenAI habe zwar Codex gehabt, sagte Brockman, doch das Produkt sei kaum beachtet worden.

Frühere Berichte zeichneten verschiedene Zeitpläne und Finanzierungswege

Im Juni berichtete Bloomberg, OpenAI erwäge einen Börsengang 2027, nachdem zuvor ein Termin im Herbst 2026 im Gespräch gewesen sei. Die Volatilität bei Technologieaktien habe den möglichen Zeitplan beeinflusst; die Überlegungen liefen dem Bericht zufolge noch. The Mercury News veröffentlichte den Bloomberg-Bericht über OpenAIs frühere Börsenpläne. NeoTeo hatte zuvor über OpenAIs Absage an einen Börsengang 2026 berichtet.

Am 19. August soll Finanzchefin Sarah Friar Beschäftigten gesagt haben, OpenAI werde 2027 oder früher an die Börse gehen, falls das Geschäft weiter zulege. Sie beschrieb einen Börsengang als weitere Kapitalaufnahme und sagte, die im März 2026 aufgenommene Finanzierung von 122 Milliarden US-Dollar verschaffe dem Unternehmen finanziellen Spielraum, berichtete BeInCrypto.

Ein am 23. Oktober veröffentlichtes Mint-Video verwies unter Berufung auf die Financial Times auf OpenAIs angebliche Suche nach bis zu 30 Milliarden US-Dollar zu einer niedrigeren Bewertung. Die mögliche Zwischenfinanzierung sollte demnach als Brücke zu einem möglichen Börsengang 2027 dienen, schrieb Mint in der Videobeschreibung.