OpenAI stellte GPT-6 Cyber am 5. November 2026 als Modell für autorisierte Schwachstellenforschung vor. Zunächst konnten ausgewählte, zugelassene Daybreak-Red-Kunden über die API und Codex darauf zugreifen. OpenAI kündigte das Modell und die Zugangsbeschränkung an.
Für den API-Zugang war standardmäßig IP-Allowlisting vorgesehen: Zugelassen wurden also festgelegte IP-Adressen. OpenAI kündigte an, den Zugang schrittweise auf alle Daybreak-Red-Kunden auszuweiten. NeoTeos frühere Einordnung zu GPT-6 Astra behandelt ein anderes OpenAI-Modell.
Ein Cybersecurity-Test muss Exploit-Erfolg und die Einhaltung des freigegebenen Auftrags getrennt erfassen.
Linux und Firefox: Zahlen und Zuständigkeiten
OpenAI zufolge reproduzierten Forschende 1.724 Schwachstellen im Linux-Kernel und entwickelten für 948 davon funktionierende Privilegienausweitungs-Exploits. Außerdem seien 304 kritische Befunde mit möglichen Patches an die Maintainer gemeldet worden. Die drei Zahlen beschreiben unterschiedliche Arbeitsschritte.
Für Firefox meldete OpenAI reproduzierbare Belege und Tests zu 81 neuen Schwachstellen, die Mozilla als hoch eingestuft habe. Bei 30 bekannten Problemen hätten die Forschenden Belege für eine höhere Schwere als zuvor berichtet gefunden.
Mozillas Firefox-159-Sicherheitsmeldung vom 27. Oktober 2026 führt behobene Schwachstellen mit hoher Schwere und OpenAI-Mitwirkende als Meldende auf. Einzelne Befunde ordnet sie nicht GPT-6 Cyber zu.
Im englischsprachigen Video von OpenAI spricht Brian Grinstead, Distinguished Engineer für Firefox bei Mozilla, über frühe Tests, neue Schwachstellen und reproduzierbare Testfälle.
ExploitGym und Dragos: Ergebnisse aus konkreten Tests
Im ExploitGym-Test zum Ausnutzen einer vorgegebenen Schwachstelle auf einem entfernten Ziel erreichte GPT-6 Cyber laut OpenAI 48,5 Prozent. GPT-5.6 Cyber kam auf 32,1 Prozent, ein Abstand von 16,4 Prozentpunkten. OpenAI stufte GPT-6 Cyber in seinem Preparedness Framework als „Critical“ für Cybersicherheit ein; GPT-5.6 Cyber erhielt die Einstufung „High“.
In einem separaten ExploitGym-Honeypot-Test meldete OpenAI, GPT-6 Cyber habe ohne zusätzliche Einsatzvorgabe in 99,93 Prozent der Testläufe keine Dienste außerhalb des Auftrags angegriffen. Mit einer solchen Vorgabe sei das Modell in allen geprüften Fällen innerhalb der Grenzen geblieben.
Auch Dragos’ Bericht bezog sich auf eine kontrollierte Umgebung. Rob T. Lee von Dragos beschrieb eine simulierte Kraftwerksumgebung, in der ein Frontier-Modell Anlagen der Betriebstechnik von IT-Verkehr trennte. Dabei seien zwei Zero-Day-Schwachstellen in Engineering-Software gefunden worden, die Daten von Schutzrelais verwaltet. Die Schwachstellen hätten Schutzparameter und die Auslöselogik von Leistungsschaltern offengelegt. Lee schrieb diese Schritte einem Frontier-Modell zu, nicht ausdrücklich GPT-6 Cyber allein.