Pennsylvanias Gesundheitsbehörde definierte in ihrem am 19. Oktober 2026 datierten Hinweis PA-HAN 842, wann Masern als angeboren gelten: Dafür müssen in den ersten zehn Lebenstagen klinische und/oder labordiagnostische Anzeichen einer Infektion vorliegen und eine Masernexposition im Mutterleib stattgefunden haben. Der Hinweis behandelt außerdem Masern in der Schwangerschaft und die Versorgung gefährdeter Neugeborener.

Was als angeborene Masern gilt

Masern, die ein Neugeborenes erst nach der Geburt über die Atemwege erwirbt, gelten als neonatale Masern. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Definition angeborener Masern eine Exposition im Mutterleib voraussetzt. Neugeborene, die ab dem Auftreten mütterlicher Symptome bis einschließlich 14 Tage nach Beginn des mütterlichen Ausschlags zur Welt kommen, können laut Hinweis ein Risiko für eine symptomatische und ansteckende Infektion haben.

Empfehlungen für Schwangere und Neugeborene

Für nicht immune Schwangere, die Masern ausgesetzt waren, empfiehlt PA-HAN 842 intravenöse Immunglobuline (IVIG) innerhalb von sechs Tagen nach der ersten Exposition. Eine MMR-Impfung soll während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden.

Bei möglicher angeborener Infektion sieht der Hinweis eine Untersuchung, Tests und Isolation unter aerogenen Schutzmaßnahmen vor, solange die Ansteckungsfähigkeit beurteilt wird. Zu den Tests gehören PCR-Untersuchungen von Nasenrachen- oder Rachenabstrichen und Urin sowie ein Masern-IgM-Test. Die zuständigen lokalen oder staatlichen Gesundheitsbehörden sollen unverzüglich informiert werden.

Ein negativer Test bei der Geburt schließt angeborene Masern bei einem symptomfreien Neugeborenen nicht vollständig aus. Der Hinweis sieht deshalb die Beobachtung des Kindes und gegebenenfalls erneute Tests vor. Für Säuglinge mit bekannter angeborener Infektion oder einer Masernexposition im Mutterleib empfiehlt die Behörde eine langfristige klinische Nachsorge, da neurologische und immunologische Komplikationen auftreten können. Die Akutversorgung bei Masern ist unterstützend und umfasst Ruhe, Flüssigkeit, fiebersenkende Mittel sowie die Behandlung von Komplikationen und Folgeinfektionen. Der Hinweis des Pennsylvania Department of Health richtet sich an Gesundheitsämter und medizinisches Personal.

Was die gemeldeten Zahlen aussagen

Für den 19. Oktober 2026 wurden in Pennsylvania 1.286 Masernfälle in 42 Countys und 247 Fälle mit Krankenhausaufenthalt gemeldet. Ars Technica berichtete außerdem von sechs gemeldeten Todesfällen; der zuletzt gemeldete Todesfall war noch Gegenstand einer Untersuchung und noch nicht in die staatliche Statistik aufgenommen. Am 20. Oktober berichtete Ars Technica unter Berufung auf eine Sprecherin des Pennsylvania Department of Health, die Behörde habe 66 Masernfälle bei Schwangeren bestätigt.

Ars Technica berichtete, dass das Department of Health keine gesonderte Zahl für angeborene Masern führte, weil keine standardisierte Falldefinition bestand. Die 157 gemeldeten Fälle bei Kindern unter vier Jahren beziehen sich auf eine Altersgruppe und sind keine Zahl angeborener Infektionen. Am 24. September 2026 berichtete NBC News von einer Schätzung von Ärzten, mindestens sechs Babys seien in Zentral-Pennsylvania mit Masern geboren worden.