Perplexity beschreibt Brain in einem am 2. November 2026 veröffentlichten Leitfaden als dauerhaftes Gedächtnis für Perplexity Computer. Es speichert frühere Arbeit und Korrekturen; damit sie eine spätere Aufgabe beeinflussen, muss Computer die passende Information jedoch erst abrufen. Die Agent API bietet Entwicklern dagegen Bausteine für Gesprächskontinuität, aber kein selbstständig gepflegtes Brain-Gedächtnis.

Brain ordnet frühere Arbeit in drei Ebenen

Brain speichert seine Informationen laut Perplexitys technischem Leitfaden außerhalb der Modellgewichte und lädt relevante Inhalte bei Bedarf in den Kontext des Modells. Die Ablage besteht aus drei Ebenen: sessions/ enthält Gesprächsprotokolle und Zusammenfassungen, notes/ thematisch verdichtete Informationen und knowledge/ verknüpfte Markdown-Seiten in Form eines Wikis.

Perplexity ordnet den Ebenen verschiedene Gedächtnisarten zu: Sitzungen halten fest, was geschehen ist; das Wiki bündelt, was der Agent als zutreffend behandelt. Für das Vorgehen bei Aufgaben dienen die Skills und Anweisungen von Computer. Brain verändert dabei nicht die gelernten Modellgewichte: Das Gedächtnis bleibt als gespeicherter Inhalt getrennt vom Modell.

Gespeicherter Kontext muss erst abgerufen werden

Dunkle Memory-Oberfläche mit einem zentralen Netzwerk aus farbigen Punkten und einer Legende rechts.

Ein gespeicherter Eintrag wirkt sich nicht automatisch auf jede spätere Aufgabe aus. Perplexity beschreibt einen Abrufweg, bei dem ein Index Computer zu passenden Gedächtnisseiten führt. Computer kann diese Seiten lesen, Dateien durchsuchen und Verweisen zurück zu den ursprünglichen Gesprächen oder Quellen folgen. Entscheidend ist also nicht allein, ob eine Information gespeichert bleibt, sondern ob sie für die neue Aufgabe gefunden und geladen wird.

Diese Unterscheidung lässt sich in einer neuen Sitzung prüfen: Die Aufgabe beginnt ohne den früheren Nachrichtenverlauf oder eine fortgeführte Antwort-ID, während derselbe Gedächtnisspeicher erhalten bleibt. Gelingt sie, ohne dass die alte Korrektur erneut eingegeben wird, wurde der relevante Kontext abgerufen und genutzt.

Dream überarbeitet Erinnerungen, wenn sich Fakten ändern

Hinter Brain arbeiten laut Perplexity Hintergrundagenten namens Dream. Sie verarbeiten die täglichen Sitzungen über Nacht, fassen sie zusammen und schlagen Änderungen am Wiki vor. Die Änderungen werden über Git zur Prüfung bereitgestellt und festgehalten.

Für veränderliche Fakten empfiehlt Perplexity, den Gültigkeitszeitpunkt, die Quelle und die Information zu speichern, die ein neuer Eintrag ersetzt. Widersprüchliche Quellen sollen sichtbar bleiben, solange der Konflikt nicht geklärt ist. So kann eine neue Angabe eine ältere ablösen, ohne dass ihre Herkunft oder ihr zeitlicher Bezug verloren geht.

Perplexity fasst außerdem eine Methode von Workday AI Research zusammen, die Erinnerungen nach Nützlichkeit, Vertrauenswürdigkeit, Neuigkeit, Aktualität und Dauerhaftigkeit bewertet. In dieser Darstellung stieg die Präzision bei Entscheidungen darüber, welche Einträge behalten oder verworfen werden, um 12 Prozent; zugleich blieben 97 Prozent der relevanten Erinnerungen erhalten. Wurde nicht zwischen dauerhaften Fakten und vorübergehenden Zuständen unterschieden, sank die Entscheidungsqualität laut derselben Zusammenfassung um rund 18 Prozent.

Brain und Agent API verteilen die Gedächtnisarbeit anders

Brain übernimmt die Pflege und den Abruf von Erinnerungen innerhalb von Computer. Bei der Agent API müssen Entwickler den dauerhaften Speicher und seine Lese- und Schreibvorgänge selbst bereitstellen. Die API kann zwar den Gesprächskontext fortführen, ersetzt damit aber kein selbstaktualisierendes Gedächtnis.

AufgabeBrain in Perplexity ComputerPerplexity Agent API
Erinnerungen aktualisierenDream verarbeitet Sitzungen und schlägt Wiki-Änderungen vor.Entwickler legen fest, wie Erinnerungen gepflegt werden.
Dauerhafte SpeicherungComputer nutzt Brain-Dateien und ein verknüpftes Wiki.Entwickler betreiben den eigenen Speicher und die Speicheroperationen.
Gesprächskontext fortführenComputer ruft passenden Arbeitskontext aus Brain ab.Ausgewählte frühere Nachrichten erneut übermitteln oder mit previous_response_id fortsetzen.
Vorgehensweisen festlegenSkills und Anweisungen geben Computer Verfahrenskontext.Entwickler verwalten versionierte Skills und Profiles; diese lernen nicht selbstständig.

Für die dauerhafte Speicherung können Entwickler Funktionen aufrufen oder einen kompatiblen Remote-MCP-Server verwenden. Wer dagegen nur ein Gespräch weiterführen will, kann ausgewählte Nachrichten erneut senden oder previous_response_id nutzen, um den serverseitig gespeicherten Gesprächszustand fortzuführen. Wer sich für die lokale Ausführung von Perplexity Computer interessiert, findet dazu NeoTeos frühere Einordnung des Mac-Modus.

Was Perplexitys Auswertungen messen

Dunkle Einstellungsoberfläche mit den Bereichen Memory und Brain sowie mehreren aktivierten Schaltern.

Perplexity berichtet von einer 30-tägigen Vergleichsauswertung, in der Brain-Sitzungen bei der Korrektheit um 9,3 Prozentpunkte und beim Abruf um 8,9 Prozentpunkte besser abschnitten; zugleich wurden rund 15 Prozent weniger Tokens verwendet. Das sind von Perplexity berichtete Ergebnisse für diese Auswertung.

Davon getrennt ist ein interner Vergleich mit 150 Fragen zu Finanzdokumenten: Ein Agent, der Dateien mit Standardwerkzeugen durchsuchte, erreichte einen Antwortwert von 0,627; semantische Suche kam auf rund 0,37. Dieser Vergleich betrifft Dateisuche und semantische Suche, nicht Brain gegenüber einer Version ohne Brain.

Auch das Beispiel des Unternehmens Rho bezieht sich auf einen kombinierten Arbeitsablauf. Perplexity zufolge sank die wöchentliche Besprechungszeit dort von 2,5 Stunden auf 15 Minuten. Für ein zwölfwöchiges Projekt schätzte Perplexity die eingesparte Arbeitszeit auf 120 Stunden; diese Schätzung umfasst Anschlüsse, nächtliche Abläufe und eine Slack-Zusammenfassung. Den eigenen Anteil von Brain an der Einsparung bezifferte Perplexity nicht.

In Computer können Nutzer laut Perplexity gespeicherte Einträge und ihre Quellen einsehen sowie Erinnerungen bearbeiten oder löschen. Sitzungen im Inkognitomodus werden ausgeschlossen; für Brain gibt es außerdem einen eigenen Schalter. Die Memory-Einstellungen zeigen neben Brain auch Bereiche für Notizen und die Verwaltung gespeicherter Erinnerungen.