PlugMate und PlugClaw betreiben PlugOS auf eigener Hardware; PlugClaw ergänzt eine virtuelle Ubuntu-Maschine mit dem KI-Agenten OpenClaw. Im am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Testbericht von CNX Software blieb jedoch eine wichtige Grenze sichtbar: Der Netzwerkverkehr läuft über das Hostgerät, und bei der getesteten Einheit war die Firewall zunächst ausgeschaltet. Die Geräte schaffen also eine separate Umgebung, machen das angeschlossene Smartphone oder den Computer aber nicht überflüssig. CNX Software berichtet über seine Tests.

Zwei Geräte, eine getrennte PlugOS-Umgebung

Beide Produkte tragen die Modellkennung PS01. TrustKernel gibt für PlugMate einen MediaTek Helio G80, 4 GB Arbeitsspeicher, 128 GB Speicher und PlugOS auf Basis von Android 14 an. Das Gehäuse soll aus Aluminium und PC bestehen; die Maße betragen 50 × 19 × 8 mm. TrustKernel nennt außerdem einen USB-C-Stecker mit 480 Mbit/s und eine maximale Stromversorgung von 5 V/1 A. Das sind die Herstellerangaben für PlugMate. TrustKernels Produktseite

Die von CNX Software geprüfte PlugMate-Version hatte ebenfalls 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Speicher; das getestete PlugClaw-Modell kam auf 6 GB und 128 GB. Laut CNX Software steckt in beiden ein eigener Rechner, der seine Apps und Daten getrennt vom Host ausführt. PlugClaw ergänzt diese PlugOS-Umgebung um eine Ubuntu-VM, in der OpenClaw Android-Apps bedienen kann. CNX Software beschreibt die getesteten Geräte und Konfigurationen.

Was die Trennung schützt – und wo der Host wichtig bleibt

Eine eigene Hardware-Umgebung ist nicht dasselbe wie ein vom Netzwerk unabhängiges Gerät. PlugMate und PlugClaw beziehen Strom und Netzwerkverbindung vom angeschlossenen Host. CNX Software zufolge läuft der ausgehende Datenverkehr über dessen Netzwerk. Eine simulierte GPS-Position ändert deshalb nicht die öffentliche IP-Adresse des Hosts, die weiterhin eine netzwerkbasierte Standortbestimmung ermöglichen kann. Auch die simulierten SIM-Kennungen ersetzen kein Mobilfunkmodem: Die Geräte haben laut CNX Software weder Modem noch SIM-Steckplatz und ermöglichen damit keine echten Anrufe oder SMS.

PlugOS bietet laut CNX Software eine Firewall mit Regeln pro App sowie virtuelle Gerätekennungen und Peripherieoptionen. Bei der getesteten Einheit war die Firewall jedoch standardmäßig ausgeschaltet. Wer sich auf diese Netzwerkregeln verlassen will, sollte ihren Zustand daher in PlugOS prüfen. Der Testbericht weist außerdem darauf hin, dass ein kompromittierter Host Bildschirm- und Eingabeaktivitäten offenlegen kann. Die Trennung verschiebt Apps und Daten auf eigene Hardware, sie schirmt aber nicht jede Interaktion mit dem Host ab. CNX Software ordnet die Sicherheitsfunktionen und ihre Grenzen ein.

Kompatibilität und Betrieb: die praktischen Grenzen

Englischsprachiger PlugMate-Test von J.Force Gaming mit Auspacken, Einrichtung und Einblicken in die PlugOS-Einstellungen

CNX Software beschreibt den Alltagsbetrieb von PlugMate als ähnlich flott wie auf einem Smartphone. Im Geekbench-7-Test erreichte das geprüfte Gerät 306 Punkte im Einzelkern- und 782 Punkte im Mehrkerntest; YouTube lief laut Bericht in 1080p ohne Ruckler. Das sind Ergebnisse dieser PlugMate-Einheit, keine Vergleichswerte für PlugClaw.

Auch die Kompatibilität hing vom verwendeten Host ab: CNX Software testete PlugMate erfolgreich mit Android und Fedora. Auf einem Intel-MacBook Pro von 2017 ließ sich der Client im Test nicht installieren. Der Bericht nennt zudem Windows auf ARM als nicht unterstützt und den Linux-Client als Beta. Manche Android-Smartphones benötigen laut CNX Software einen Kompatibilitätsmodus, der die Leistung drosselt.

Für den Betrieb zählt außerdem das richtige Herunterfahren. CNX Software warnt, dass das Abziehen ohne vorheriges Herunterfahren in PlugOS das eMMC-Dateisystem beschädigen kann. Wärme unter längerer Nutzung beobachtete auch J.Force Gaming in seinem eigenen PlugMate-Video; eine Temperaturmessung nennt diese Beobachtung nicht.

PlugMate oder PlugClaw: welcher Funktionsumfang passt?

PlugMate bietet die separate PlugOS-Umgebung. PlugClaw ergänzt sie um die Ubuntu-VM und OpenClaw. Die Unterscheidung hilft vor allem dann, wenn du entscheiden willst, ob du neben der getrennten Android-Umgebung auch einen Agenten einsetzen möchtest, der mit Apps interagiert.

ProduktGemeinsame BasisZusätzliche SoftwarePassender Einsatz
PlugMatePlugOS auf eigener HardwarePlugOS-Umgebung ohne die bei PlugClaw beschriebene Ubuntu-VM mit OpenClawSeparate Android-Umgebung ohne die zusätzliche Agentenebene
PlugClawPlugOS auf eigener HardwareUbuntu-VM mit OpenClawWenn zusätzlich ein Agent Android-Apps bedienen soll

CNX Software zufolge benötigte PlugClaw in ihrem Test einen einmaligen Code, der an eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse gesendet wurde. Der Agent bediente den integrierten Taschenrechner, wenn auch langsam. Bei einer Aufgabe, die das Herunterladen einer App erforderte, blieb der Versuch an einer Cloudflare-Prüfung hängen. Das beschreibt konkrete Aufgaben auf dem getesteten Gerät, keine allgemeine Leistungszusage für OpenClaw. CNX Software schildert die Aktivierung und die Agentenversuche.

Wenn du lediglich Apps auf deinem vorhandenen Gerät getrennt halten willst, nennt CNX Software Softwarelösungen wie Android Private Space, Samsung Secure Folder und Xiaomi Second Space als Alternativen: Sie laufen auf dem Host statt auf zusätzlicher Hardware. PlugMate und PlugClaw setzen dagegen auf einen eigenen Rechner, bleiben für Strom und Netzwerk aber an den Host gebunden.